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  • Vom Auto in die Wohnung – was sich durch meinen Umzug nach München verändert hat

    Vom Auto in die Wohnung – was sich durch meinen Umzug nach München verändert hat

    Vor meinem Umzug nach München habe ich im Auto gelebt. Jetzt habe ich wieder eine Wohnung – und damit hat sich viel mehr verändert als nur die Frage, wo ich nachts schlafe.

    Natürlich sind viele Dinge einfacher geworden. Ich habe eine Toilette, eine Dusche, einen Kühlschrank und einen festen Platz zum Arbeiten. Aber gleichzeitig merke ich, dass manche Dinge, die beim Leben im Auto automatisch zu meinem Alltag gehörten, jetzt plötzlich Disziplin erfordern.

    Wie viel ich mich bewege. Was ich esse. Wie ich meine freie Zeit verbringe. Wie oft ich rausgehe. Sogar meine Stimmung wird davon beeinflusst.

    Nach den ersten Wochen in München merke ich deshalb: Das Leben in einer Wohnung ist nicht einfach nur komfortabler als das Leben im Auto. Es ist ein völlig anderer Alltag – mit neuen Möglichkeiten, aber auch neuen Herausforderungen.

    Bewegung – früher automatisch, heute muss ich mich manchmal zwingen

    Im Auto begann mein Tag draußen.

    Ich wachte auf, schaute in die Natur, öffnete die Autotür und war mittendrin. Oft musste ich nur aussteigen und konnte sofort losspazieren.

    Heute wache ich in einem Zimmer auf.

    Wenn ich einen Termin habe, ist das kein Problem. Dann gehe ich sowieso aus dem Haus. Aber an Tagen ohne Termin kann es passieren, dass ich einfach drinnen bleibe.

    Dabei ist das eigentlich absurd: Ich lebe jetzt in München und habe unzählige Möglichkeiten für Spaziergänge und Ausflüge. Parks, Seen, Wälder, die Isar und viele interessante Ziele in und um München sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

    Aber ich muss mich bewusst dafür entscheiden, hinauszugehen.

    Im Auto war Bewegung ein natürlicher Bestandteil meines Lebens. In der Wohnung muss ich sie stärker planen.

    Schlaf – bequemer, aber vielleicht manchmal zu bequem

    Natürlich ist Schlafen in einer Wohnung einfacher.

    Ich habe einen festen Schlafplatz, muss abends keinen geeigneten Parkplatz suchen und werde nicht durch Dinge gestört, die zum Schlafen im Auto dazugehören.

    Aber es gibt noch eine andere Veränderung: Ich mache jetzt häufiger Mittagsschlaf.

    Das kann durchaus positiv sein. Wenn mein Körper eine Pause braucht, kann ich mich einfach hinlegen und mich erholen.

    Gleichzeitig hat das einen Nachteil: Ein Bett ist eben immer verfügbar.

    Aus einer kurzen Pause kann schnell mehr werden – und die Zeit fehlt mir anschließend für meine Projekte.

    Im Auto war es viel weniger verlockend, mitten am Tag einfach ins Bett zu gehen. In der Wohnung muss ich deshalb auch beim Ausruhen lernen, eine gute Balance zu finden.

    Essen – Kühlschrank und Supermarkt sind Fluch und Segen zugleich

    Auch meine Ernährung hat sich verändert.

    Ich habe jetzt einen Kühlschrank direkt vor der Nase und einen Supermarkt gleich um die Ecke. Das ist natürlich unglaublich praktisch.

    Ich kann Lebensmittel lagern und muss meine Mahlzeiten nicht danach planen, was ohne richtige Küche und Kühlschrank möglich ist.

    Aber genau diese Bequemlichkeit hat auch eine Kehrseite.

    Wenn ich Lust auf etwas Süßes bekomme, kann ich einfach losgehen. Ein paar Minuten später stehe ich im Supermarkt.

    Was praktisch klingt, kann deshalb auch zur Versuchung werden.

    Beim Leben im Auto gab es andere Schwierigkeiten mit gesunder Ernährung. In der Wohnung sind viele dieser Probleme verschwunden – dafür entstehen neue.

    Meine Stimmung – die Natur fehlt mir manchmal

    Einer der größten Unterschiede ist für mich der Blick am Morgen.

    Im Auto konnte ich die Augen öffnen und als Erstes Bäume, Berge, einen See, einen Fluss oder einfach den Himmel sehen.

    Dieser unmittelbare Kontakt mit der Natur hat etwas mit meiner Stimmung gemacht.

    In einer Wohnung muss ich die Natur bewusst aufsuchen. Sie ist nicht mehr automatisch da, sobald ich die Tür öffne.

    Deshalb merke ich, wie wichtig es für mich ist, trotz Wohnung regelmäßig hinauszugehen und die vielen Möglichkeiten zu nutzen, die München und das Umland bieten.

    Ich verliere viel weniger Zeit mit Herumfahren

    Auf der anderen Seite habe ich durch meinen Umzug enorm viel Zeit gewonnen.

    Während meines Lebens im Auto war ich zwangsläufig viel unterwegs. Ich musste von einem Ort zum nächsten fahren und manchmal längere Strecken zurücklegen, um meinen Alltag zu organisieren.

    Jetzt erreiche ich fast alles, was ich im normalen Alltag brauche, innerhalb von ungefähr 30 Minuten.

    Ich muss nicht mehr ständig überlegen, wo ich als Nächstes hinfahre.

    Diese gewonnene Zeit kann ich für andere Dinge nutzen.

    Ich habe mehr Zeit für meinen Glauben und Gemeinschaft

    Eine der schönsten Veränderungen ist deshalb, dass ich wesentlich mehr Möglichkeiten habe, Gottesdienste, Bibelkreise und andere christliche Veranstaltungen zu besuchen.

    In einer Großstadt wie München gibt es eine große Auswahl und vieles ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

    Was früher mit längeren Fahrten und entsprechendem Zeit- und Kostenaufwand verbunden gewesen wäre, lässt sich jetzt viel leichter in meinen Alltag integrieren.

    Mein Umzug hat mir damit nicht nur eine Wohnung gebracht, sondern auch neue Möglichkeiten für Gemeinschaft und meinen Glauben.

    Ich kann mich ehrenamtlich engagieren

    Eine Möglichkeit, die durch meinen neuen Wohnort hinzugekommen ist, ist meine ehrenamtliche Arbeit bei der Tafel.

    Mit meinem Deutschlandticket kann ich die Ausgabestelle gut erreichen, ohne für jede Fahrt zusätzliche Kosten zu haben.

    Das ist für mich eine besonders schöne Veränderung: Die Zeit, die ich früher teilweise mit Herumfahren verbracht habe, kann ich jetzt auch dafür einsetzen, anderen Menschen zu helfen.

    Ich gebe weniger Geld für meinen Arbeitsalltag aus

    Das Leben im Auto war nicht automatisch kostenlos oder besonders billig.

    Wenn ich längere Zeit am MacBook arbeiten wollte, brauchte ich einen geeigneten Ort. Deshalb landete ich beispielsweise bei McDonald’s, bestellte etwas und arbeitete dort.

    Jetzt kann ich zu Hause am MacBook sitzen.

    Ich muss nichts kaufen, nur damit ich einen Tisch, Strom, Internet und einen Platz zum Arbeiten habe.

    Dadurch spare ich nicht nur Geld, sondern auch Zeit.

    Ich kann plötzlich Bildungsangebote nutzen

    Ein weiterer Vorteil des Lebens in München sind die vielen Bildungsangebote.

    Ich kann Dinge lernen, die früher allein wegen der Entfernung schwierig gewesen wären.

    Ein Beispiel dafür ist Gebärdensprache.

    Solche Angebote sind jetzt nicht mehr mit langen Autofahrten verbunden, sondern können Teil meines normalen Alltags werden.

    Das ist eine Möglichkeit, die ich an meinem neuen Leben besonders schätze: Ich kann nicht nur arbeiten und wohnen, sondern mich viel leichter weiterbilden und Neues ausprobieren.

    Mein Umzug eröffnet mir neue berufliche Möglichkeiten

    Auch finanziell hat mein neuer Wohnort Auswirkungen.

    In München gibt es wesentlich mehr Arbeitsmöglichkeiten in meiner Nähe. So habe ich inzwischen einen zusätzlichen Job als Alltagsbegleiterin gefunden.

    Damit kann der Umzug langfristig sogar mein Einkommen erhöhen.

    Das finde ich besonders interessant, weil bei einem Umzug in eine Großstadt häufig zuerst an die höheren Lebenshaltungskosten gedacht wird. Gleichzeitig kann eine Stadt aber auch Möglichkeiten bieten, Geld zu verdienen, die an einem abgelegeneren Wohnort schlicht nicht vorhanden sind.

    Wohnung oder Auto – was ist nun besser?

    Darauf gibt es für mich keine ganz einfache Antwort.

    Die Wohnung macht vieles leichter. Ich verliere weniger Zeit durch Fahrten, kann zu Hause arbeiten, Lebensmittel kühlen, mich ehrenamtlich engagieren, Bildungsangebote nutzen, leichter Gottesdienste und Bibelkreise besuchen und habe neue berufliche Möglichkeiten.

    Aber das Leben im Auto hatte einen großen Vorteil: Vieles, was meinem Körper und meiner Stimmung guttut, passierte automatisch.

    Ich war draußen. Ich sah morgens die Natur. Ich bewegte mich mehr. Ich konnte mich nicht jederzeit ins Bett zurückziehen und ich musste für viele Dinge das Auto verlassen.

    Jetzt habe ich mehr Komfort – aber dieser Komfort verlangt mir an manchen Stellen mehr Selbstdisziplin ab.

    Vielleicht ist genau das meine wichtigste Erkenntnis aus dem Umzug:

    Die Wohnung gibt mir mehr Möglichkeiten und spart mir viel Zeit. Aber ich muss selbst dafür sorgen, dass Bequemlichkeit nicht dazu führt, dass Bewegung, Natur und meine Projekte zu kurz kommen.

    Das Beste wäre deshalb wahrscheinlich, etwas aus meinem alten Leben mitzunehmen: die Gewohnheit, morgens hinauszugehen, mich zu bewegen und die Natur zu suchen.

    Denn nur weil ich jetzt eine Wohnung habe, muss mein Leben schließlich nicht plötzlich nur noch drinnen stattfinden.




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