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    Die Sorgen meines Lebens überwinden | 365 Schritte zum Glück

    Die Sorgen meines Lebens überwinden – 365 Schritte zum Glück

    Manchmal sträuben wir uns innerlich gegen bestimmte Übungen oder Gedanken. So ging es mir auch bei dem Thema „Die Sorgen meines Lebens“. Ich dachte zuerst: Warum sollte ich mich mit alten Sorgen beschäftigen? Ich will doch positiv denken und nicht alles wieder aufwühlen.

    Das Video:

    Doch genau während dieser Übung wurde mir etwas Wichtiges klar: Viele dieser Sorgen habe ich bereits überwunden. Nicht durch Verdrängen, sondern durch Zeit, durch Verarbeitung, durch Nachdenken, durch das Zulassen von Gefühlen und durch Trauer. All das hat mir geholfen.

    Narben erzählen Geschichten

    Ich habe eine Narbe an meiner rechten Hand. Ein weißer Strich, der von oben nach unten verläuft. Entstanden ist er vor vielen Jahren, als meine Kinder noch klein waren. Beim Abspülen ist mir der Henkel einer Keramiktasse abgebrochen. Keramik schneidet extrem scharf. Der Schnitt war tief, es hat stark geblutet.

    Ich habe versucht, die Wunde selbst zu versorgen, doch irgendwann wurde meine Hand taub. Im Krankenhaus musste sie genäht werden. Heute ist alles verheilt. Die Narbe ist noch da, aber sie tut nicht mehr weh.

    Und genauso ist es mit seelischen Wunden.

    Die größte Sorge meines Lebens

    Eine der größten Sorgen meines Lebens war und ist die Sorge um meine Kinder. Kleine Kinder können nicht auf sich selbst aufpassen, das ist normal. Doch irgendwann lernen sie es, und als Eltern sollte man Schritt für Schritt loslassen.

    Bei mir ist dieser Prozess abrupt unterbrochen worden. Ich habe meine Kinder in eine Pflegefamilie gegeben, als sie sieben und neun Jahre alt waren. Meine Seele kam dadurch nicht zur Ruhe. Ich konnte mich nicht langsam verabschieden, nicht schrittweise loslassen. Dieser natürliche Übergang wurde mir genommen.

    Ich habe mir Hilfe geholt, viele Gespräche geführt. Die Mischung aus Sorge um meine Kinder und Traurigkeit über den Verlust meiner Rolle als Mutter war extrem schwer. Die Kinder waren ja nicht weg – ich habe sie nur noch alle zwei Wochen gesehen. Das war hart.

    Wann hört der Schmerz auf?

    Rückblickend kann ich nicht sagen, wann genau der Schmerz aufgehört hat. Es gab keinen klaren Moment. Es war plötzlich anders.

    So ähnlich war es mit meiner Höhenangst. Nachdem ich etwa ein Jahr im Dachzelt gelebt hatte, merkte ich irgendwann, dass ich keine Angst mehr hatte. Leitern, Höhe, Abgründe – mein Körper und meine Seele hatten gelernt, dass sie sicher sind. Eines Tages bin ich über eine wackelige Hängebrücke gegangen und hatte keine Angst mehr.

    Mit der Sorge um meine Kinder war es ähnlich. Ich habe oft mit einer Freundin darüber gesprochen. Irgendwann merkte ich: Ich denke kaum noch daran. Und wenn doch, dann leide ich nicht mehr.

    Das ist das Ziel. Man darf sich erinnern, aber ohne diese lähmenden, negativen Gefühle.

    Reden, annehmen, das Positive sehen

    Was mir geholfen hat, war immer wieder darüber zu sprechen – mit vertrauten Menschen. Und gleichzeitig auch die positiven Seiten zu sehen.

    Durch diese Situation habe ich einen Elternstatus bekommen, den viele getrennte Eltern kennen: Man hat die Kinder am Wochenende. Diese Zeit ist intensiv, wertvoll, voller Aufmerksamkeit. Keine Alltagsdiskussionen, sondern echte gemeinsame Momente.

    Das hat in mir Dankbarkeit entstehen lassen.

    Dankbarkeit als Schlüssel

    Ich glaube fest daran, dass Dankbarkeit ein Schlüssel zur Überwindung von Sorgen ist. Auch bei finanziellen Sorgen. Natürlich müssen Grundbedürfnisse gedeckt sein: Essen, ein Dach über dem Kopf. Wenn es finanziell eng wird, reduziert man Kosten, holt sich Hilfe, geht zur Schuldnerberatung.

    Irgendwann sind die Sorgen vorbei. Oft bleibt noch eine Weile ein Gefühl von Unsicherheit. Doch auch das löst sich, wenn man dankbar ist dafür, dass man es geschafft hat. Dass es vorbei ist.

    Dankbarkeit bringt Seelenfrieden.

    Ein Gedanke zum Schluss

    Wenn du magst, kannst du mir gerne schreiben, welche Sorgen du in deinem Leben überwunden hast. Du musst aber nicht. Vielleicht reicht es auch, einfach für dich selbst darüber nachzudenken.

    Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag, viel Kraft und viele kleine Schritte in Richtung innerer Ruhe.

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