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  • Die Bibel – eine Bildergeschichte in 6 Sprachen – 1. Mose 16

    Die Bibel – eine Bildergeschichte in 6 Sprachen – 1. Mose 16

    Hagar und Ismael

    Manchmal versuchen Menschen, Gottes Verheißungen mit eigenen Lösungen zu beschleunigen. Die Geschichte von Hagar und Ismael zeigt, welche Folgen menschliche Ungeduld haben kann. Gleichzeitig offenbart sie Gottes Barmherzigkeit: Er sieht Menschen in ihrer Not, vergisst sie nicht und schenkt Hoffnung, selbst in schwierigen Situationen.

    Vers 1

    Sarai konnte keine Kinder bekommen. Sie hatte jedoch eine ägyptische Magd namens Hagar.

    Sarai litt sehr unter ihrer Kinderlosigkeit. Damals galt es als große Schande, keine Nachkommen zu haben. Hagar lebte als Dienerin in ihrem Haushalt und ahnte noch nicht, welche Rolle sie in Gottes Geschichte spielen würde.

    Vers 2

    Sarai schlug Abram vor, mit Hagar ein Kind zu bekommen, damit die Verheißung Gottes vielleicht auf diesem Weg erfüllt würde.

    Anstatt geduldig auf Gottes Zeitpunkt zu warten, suchten Abram und Sarai nach einer eigenen Lösung. Oft entstehen Schwierigkeiten, wenn Menschen versuchen, Gottes Plan selbst in die Hand zu nehmen.

    Vers 3

    Nachdem Abram zehn Jahre im Land Kanaan gelebt hatte, gab Sarai ihm ihre ägyptische Magd Hagar zur Frau.

    Nach den damaligen Sitten war dieses Vorgehen erlaubt. Trotzdem entsprach es nicht Gottes ursprünglichem Plan für Ehe und Familie. Menschliche Lösungen bringen nicht immer Gottes Frieden.

    Vers 4

    Hagar wurde schwanger und begann, auf Sarai herabzusehen.

    Als Hagar merkte, dass sie schwanger war, veränderte sich ihr Verhalten gegenüber Sarai. Hochmut kann Beziehungen zerstören.

    Vers 5

    Sarai beklagte sich bei Abram über die entstandene Situation und bat Gott, zwischen ihnen zu richten.

    Sie machte Abram für den Streit verantwortlich. Wenn Konflikte entstehen, suchen Menschen häufig zuerst einen Schuldigen, statt gemeinsam nach Versöhnung zu suchen.

    Vers 6

    Abram überließ Sarai die Entscheidung. Sie behandelte Hagar so hart, dass diese floh.

    Hagar sah keinen anderen Ausweg und floh in die Wüste. Auch heute verlassen Menschen manchmal schwierige Situationen, weil sie keinen anderen Weg mehr sehen.

    Vers 7

    Der Engel des HERRN fand Hagar an einer Wasserquelle in der Wüste auf dem Weg nach Schur.

    Gott wusste genau, wo Hagar war. Auch wenn Menschen sich verlassen fühlen, kennt Gott ihren Weg und begegnet ihnen oft gerade in den schwersten Momenten.

    Vers 8

    Der Engel fragte Hagar, woher sie komme und wohin sie gehe. Hagar erzählte, dass sie vor ihrer Herrin Sarai geflohen sei.

    Gott stellte diese Frage nicht, weil ihm die Antwort unbekannt war. Er wollte Hagar helfen, über ihre Situation nachzudenken und ihr Herz zu öffnen.

    Vers 9

    Der Engel forderte Hagar auf, zu ihrer Herrin Sarai zurückzukehren und sich ihrer Hand unterzuordnen.

    Dieser Auftrag war nicht leicht. Gott gab Hagar nicht nur einen schwierigen Auftrag, sondern auch eine große Verheißung für ihre Zukunft.

    Vers 10

    Der Engel versprach Hagar so viele Nachkommen, dass niemand sie zählen könne.

    Obwohl Hagar eine Dienerin war, erhielt sie eine außergewöhnliche Verheißung. Gott achtet nicht auf den gesellschaftlichen Rang eines Menschen.

    Vers 11

    Der Engel kündigte die Geburt eines Sohnes an. Er sollte Ismael heißen, weil der HERR Hagars Leid gehört hatte.

    Der Name Ismael bedeutet „Gott hört“. Schon sein Name erinnert daran, dass Gott die Gebete und die Not der Menschen wahrnimmt.

    Vers 12

    Der Engel beschrieb das zukünftige Leben und Wesen Ismaels.

    Die Worte deuten auf ein freies und kämpferisches Leben sowie auf Konflikte mit anderen Menschen hin. Sie zeigen, dass Gott die Zukunft kennt, ohne den Menschen ihre Verantwortung abzunehmen.

    Vers 13

    Hagar nannte den HERRN: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“

    Hagar erkannte, dass Gott sie nicht vergessen hatte. Diese Aussage gehört zu den bekanntesten Bekenntnissen des Alten Testaments und macht vielen Menschen bis heute Mut.

    Vers 14

    Der Brunnen erhielt den Namen „Brunnen des Lebendigen, der mich sieht“ und erinnerte an Hagars Begegnung mit Gott.

    Besondere Orte erinnern oft an Gottes Wirken. Sie helfen Menschen, seinen Beistand auch später nicht zu vergessen.

    Vers 15

    Hagar brachte Abram einen Sohn zur Welt, und Abram gab ihm den Namen Ismael.

    Abram gab dem Kind den Namen, den Gott bestimmt hatte. Damit erkannte er Gottes Wort und Gottes Führung an.

    Vers 16

    Abram war 86 Jahre alt, als Ismael geboren wurde.

    Die Bibel nennt bewusst Abrams Alter. Dadurch wird deutlich, dass Gottes Geschichte Schritt für Schritt in der realen Welt geschieht.


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