Jetzt, nach drei Monaten im Tiny House und mitten im Winterhalbjahr, kann ich wirklich beurteilen, was besser ist: schlafen im Auto oder im Tiny House.
In der Qualität des Liegens hat sich kaum etwas geändert.
Ich hab dieselbe Matratze wie früher – sie liegt jetzt nur auf Holz statt auf einer Autositzbank, also ein bisschen härter.
Eine dickere Matratze wäre schwierig, weil die Schlafplattform ziemlich niedrig ist.
Ich könnte aber auch unter der Schräge schlafen – dort wäre Platz für meine dünneren Matratzen auf der Bouldermatte.
Was ich am Schlafen im Auto mochte, war das Aufwachen in der Natur.
Manchmal hab ich vom Bett aus den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang gesehen – am See, am Meer, in den Bergen oder auf einer Anhöhe.
Einmal stand direkt neben mir eine friedlich grasende Kuhherde, ein anderes Mal in Frankreich zwei Wildpferde.
Es gab Momente, da bin ich direkt vor dem Schlafengehen oder nach dem Aufstehen in einem Fluss oder Wasserfall baden gegangen.
Diese Orte – in der Auvergne, in der Toskana – waren oft wunderschön ruhig, mitten in der Natur, und das war unbezahlbar.
Aber: ich wusste nie, ob ich wirklich durchschlafen würde.
Musik, Motoren, Stimmen – manchmal wurde ich mitten in der Nacht geweckt oder musste sogar wegfahren, weil der Lärm unerträglich war.
Das war schwierig, weil ich Medikamente zum Durchschlafen nehme – das fühlt sich an, als hätte man eine Flasche Wein in einem Zug getrunken oder sich nach einem Saunaaufguss direkt hingelegt.
In dem Zustand dann zu fahren, war eigentlich unverantwortlich, aber manchmal blieb keine andere Wahl.
Im Tiny House ist das anders – aber nicht völlig lautlos.
Ich lebe an einem See und an einer Straße, und es ist oft laut:
Sportwagen, Motorräder, LKWs mit klappernder Ladung.
An Wochenenden im Sommer gab es auch immer wieder Betrunkene, die nachts um mein Haus geschlichen sind — das hat deutlich nachgelassen.
Zudem war ich richtig froh, als es kühler wurde und ich die Fenster schließen konnte.
Jetzt ist der Lärmschutz deutlich besser als im Auto.
Und vor allem habe ich etwas begriffen:
Wenn es laut wird, muss ich nicht mehr aufspringen und wegfahren.
Ich kann einfach bleiben.
Der Lärm hört wieder auf, und ich kann weiterschlafen.
Das ist vielleicht der größte Unterschied – nicht der Schlaf selbst, sondern die Sicherheit, bleiben zu dürfen.
Hier geht’s zum vorherigen Artikel dieser Reihe
- Wie dir das Evangelium helfen kann, Fressanfälle zu überwinden – Teil 1: Die durstigen Schafe

- Lateinische Deklinationen lernen: a-Deklination und o-Deklination einfach erklärt

- Schlaf – Leben im Auto vs. Leben im Tiny House

- Monas Münchner Mosaik – Das Abo

- Entspannt zu A1 – ein Lernroman, in dem die Rettung der Welt zum Sprachkurs wird



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