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  • Lateinische Deklinationen lernen: a-Deklination und o-Deklination einfach erklärt

    Lateinische Deklinationen lernen: a-Deklination und o-Deklination einfach erklärt

    Nachdem wir uns in den ersten beiden Lateinlektionen mit der Satzanalyse und den fünf Kasus beschäftigt haben, schauen wir uns jetzt genauer an, wie lateinische Nomen ihre Form verändern.

    Im Deutschen sagen wir zum Beispiel:

    der Freund – des Freundes – dem Freund – den Freund

    Auch im Lateinischen verändert sich ein Nomen je nachdem, welche Aufgabe es im Satz übernimmt. Diese Veränderung nennt man Deklination.

    In dieser Lektion beschäftigen wir uns mit zwei besonders wichtigen Deklinationen:

    a-Deklination
    o-Deklination

    Dabei wollen wir nicht einfach nur Tabellen auswendig lernen. Wir verwenden die Formen immer wieder in vollständigen Sätzen und wiederholen gleichzeitig, was wir bereits über Prädikat, Subjekt, Objekte und Kasus gelernt haben.

    1. Was bedeutet Deklination?

    Lateinische Nomen können unterschiedliche Formen annehmen.

    Schauen wir uns puella an:

    puella = Mädchen

    Je nachdem, welche Funktion das Wort im Satz hat, finden wir aber beispielsweise auch:

    puellae
    puellam
    puellarum
    puellis

    Warum verändert sich das Wort?

    Weil seine Form Informationen über Kasus und Numerus liefert.

    Der Kasus sagt uns, in welchem Fall das Nomen steht.

    Der Numerus sagt uns, ob es im Singular oder Plural steht.

    Frage 1

    Was ist der Unterschied zwischen Kasus und Numerus?

    Antwort:
    Der Kasus bezeichnet den Fall eines Nomens, zum Beispiel Nominativ, Genitiv oder Akkusativ. Der Numerus sagt uns, ob ein Wort im Singular oder Plural steht.

    2. Die fünf Kasus kurz wiederholt

    Für unsere Deklinationstabellen brauchen wir wieder die fünf Kasus:

    Nominativ → Wer oder was?
    Genitiv → Wessen?
    Dativ → Wem?
    Akkusativ → Wen oder was?
    Ablativ → je nach Funktion zum Beispiel womit, wodurch, wo oder woher?

    Der Ablativ lässt sich nicht mit einer einzigen deutschen Frage wiedergeben. Seine verschiedenen Funktionen behandeln wir später noch ausführlicher.

    3. Die a-Deklination

    Beginnen wir mit:

    puella = Mädchen

    puella gehört zur a-Deklination.

    Viele Nomen der a-Deklination sind feminin. Es gibt allerdings auch maskuline Wörter dieser Deklination, zum Beispiel agricola = Bauer oder nauta = Seemann.

    puella – Mädchen

    KasusSingularPlural
    Nominativpuellapuellae
    Genitivpuellaepuellarum
    Dativpuellaepuellis
    Akkusativpuellampuellas
    Ablativpuella / puellāpuellis

    Beim Ablativ Singular steht genau genommen ein langes ā: puellā. In vielen Schultexten und lateinischen Ausgaben werden die Vokallängen allerdings nicht markiert.

    Hier sehen wir sofort etwas Wichtiges:

    puellae kann drei verschiedene grammatische Formen darstellen:

    Genitiv Singular
    Dativ Singular
    Nominativ Plural

    puellis kann sein:

    Dativ Plural
    Ablativ Plural

    Und puella kann ohne Längenzeichen entweder Nominativ Singular oder Ablativ Singular sein.

    Frage 2

    Welche drei grammatischen Formen kann puellae darstellen?

    Antwort:
    Genitiv Singular, Dativ Singular und Nominativ Plural.

    Frage 3

    Welche beiden Möglichkeiten gibt es für puellis?

    Antwort:
    Dativ Plural oder Ablativ Plural.

    4. Weitere Nomen der a-Deklination

    Wir wollen natürlich nicht nur puella deklinieren.

    LateinDeutsch
    puellaMädchen
    rosaRose
    villaLandhaus
    viaWeg, Straße
    aquaWasser
    terraErde, Land
    agricolaBauer
    nautaSeemann

    Wenn wir die Deklination von puella verstanden haben, können wir dasselbe Muster auf viele andere Nomen übertragen.

    Zum Beispiel:

    rosa → rosae → rosae → rosam → rosa

    oder:

    villa → villae → villae → villam → villa

    Frage 4

    Wie lautet der Akkusativ Singular von rosa?

    Antwort:
    rosam

    Frage 5

    Wie lautet der Dativ Singular von villa?

    Antwort:
    villae

    Frage 6

    Wie lautet der Genitiv Plural von terra?

    Antwort:
    terrarum

    5. Die a-Deklination im Satz

    Jetzt wenden wir die Formen an.

    Puella rosam amat.

    Das Mädchen liebt eine/die Rose.

    Wir beginnen wie gewohnt beim Prädikat:

    amat

    amat ist die 3. Person Singular Präsens Aktiv Indikativ von:

    amare = lieben

    Wer oder was liebt?

    puella

    puella steht im Nominativ Singular und ist das Subjekt.

    Wen oder was liebt das Mädchen?

    rosam

    rosam steht im Akkusativ Singular und ist das Akkusativobjekt.

    Wir haben also:

    puella = Subjekt, Nominativ Singular
    rosam = Akkusativobjekt, Akkusativ Singular
    amat = Prädikat

    Frage 7

    Woran erkennst du, dass rosam nicht das Subjekt sein kann?

    Antwort:
    An der Endung -am. Bei der a-Deklination kennzeichnet sie den Akkusativ Singular. Das Subjekt müsste dagegen im Nominativ stehen.

    6. Was bedeutet puellae in diesem Satz?

    Betrachten wir:

    Marcus puellae rosam dat.

    Marcus gibt dem Mädchen eine Rose.

    Wir kennen diesen Satz bereits.

    Das Prädikat lautet:

    dat = er/sie/es gibt

    Das Verb steht in der 3. Person Singular.

    Marcus steht im Nominativ Singular und ist das Subjekt.

    rosam steht im Akkusativ Singular.

    Nun bleibt:

    puellae

    Das Verb dare kann mit einem Dativ und einem Akkusativ verbunden werden:

    jemandem etwas geben.

    Wem gibt Marcus eine Rose?

    puellae = dem Mädchen

    Hier ist puellae also Dativ Singular.

    Frage 8

    Warum kann puellae in diesem Satz nicht Nominativ Plural sein?

    Antwort:
    Das Prädikat dat steht in der 3. Person Singular. Außerdem haben wir mit Marcus bereits ein Subjekt im Nominativ Singular. Zu dare passt hier ein Dativobjekt: Marcus gibt dem Mädchen eine Rose.

    7. Auch maskuline Wörter können zur a-Deklination gehören

    Die meisten Wörter der a-Deklination sind feminin. Trotzdem gibt es wichtige Ausnahmen:

    agricola = Bauer
    nauta = Seemann

    Beispiel:

    Agricola in villa laborat.

    Der Bauer arbeitet im Landhaus.

    agricola endet zwar auf -a und gehört zur a-Deklination, ist aber maskulin.

    Das zeigt uns:

    Deklination und Genus sind nicht dasselbe.

    Frage 9

    Ist jedes Nomen der a-Deklination feminin?

    Antwort:
    Nein. Wörter wie agricola und nauta gehören zur a-Deklination, sind aber maskulin.

    8. Die o-Deklination

    Kommen wir zur zweiten wichtigen Deklination.

    Unser bekanntes Beispiel ist:

    amicus = Freund

    amicus – Freund

    KasusSingularPlural
    Nominativamicusamici
    Genitivamiciamicorum
    Dativamicoamicis
    Akkusativamicumamicos
    Ablativamicoamicis

    Auch hier gibt es Formen, die mehrere Bestimmungen zulassen.

    amico kann sein:

    Dativ Singular
    Ablativ Singular

    amicis kann sein:

    Dativ Plural
    Ablativ Plural

    Frage 10

    Welche beiden Kasus kann amico darstellen?

    Antwort:
    Dativ Singular oder Ablativ Singular.

    Frage 11

    Welche beiden Kasus kann amicis darstellen?

    Antwort:
    Dativ Plural oder Ablativ Plural.

    9. Weitere maskuline Nomen der o-Deklination

    LateinDeutsch
    amicusFreund
    dominusHerr
    servusSklave, Diener
    hortusGarten
    discipulusSchüler
    lupusWolf

    Das Deklinationsmuster bleibt gleich.

    Zum Beispiel:

    hortus – horti – horto – hortum – horto

    Frage 12

    Wie lautet der Akkusativ Singular von hortus?

    Antwort:
    hortum

    Frage 13

    Wie lautet der Genitiv Singular von dominus?

    Antwort:
    domini

    Frage 14

    Wie lautet der Akkusativ Plural von discipulus?

    Antwort:
    discipulos

    10. Die o-Deklination im Satz

    Betrachten wir:

    Servus in horto laborat.

    Der Sklave arbeitet im Garten.

    Das Prädikat lautet:

    laborat = er/sie/es arbeitet

    Die Grundform ist:

    laborare = arbeiten

    Wer oder was arbeitet?

    servus

    servus ist Nominativ Singular und damit das Subjekt.

    Wo arbeitet der Sklave?

    in horto = im Garten

    horto steht hier im Ablativ Singular.

    Bei einer Ortsangabe auf die Frage Wo? steht in mit dem Ablativ.

    Frage 15

    Welchen Kasus hat horto und warum?

    Antwort:
    Ablativ Singular, weil in horto die Frage Wo? beantwortet.

    11. Wo oder wohin?

    Jetzt verändern wir nur wenig:

    Puer in hortum currit.

    Der Junge läuft in den Garten.

    Nun steht dort nicht:

    in horto

    sondern:

    in hortum

    Warum?

    in horto = im Garten → Wo?

    in hortum = in den Garten → Wohin?

    Bei in + Ablativ wird hier ein Ort angegeben.

    Bei in + Akkusativ wird eine Richtung oder Bewegung auf ein Ziel hin angegeben.

    Frage 16

    Was ist der Bedeutungsunterschied zwischen in horto und in hortum?

    Antwort:
    in horto bedeutet im Garten und beantwortet die Frage Wo?
    in hortum bedeutet in den Garten und beantwortet die Frage Wohin?

    12. Nicht alle maskulinen Nomen der o-Deklination enden auf -us

    Zur o-Deklination gehören auch maskuline Nomen auf -er.

    Zum Beispiel:

    puer = Junge

    und:

    ager = Acker, Feld

    puer – Junge

    KasusSingularPlural
    Nominativpuerpueri
    Genitivpueripuerorum
    Dativpueropueris
    Akkusativpuerumpueros
    Ablativpueropueris

    ager – Acker, Feld

    KasusSingularPlural
    Nominativageragri
    Genitivagriagrorum
    Dativagroagris
    Akkusativagrumagros
    Ablativagroagris

    Hier fällt etwas auf:

    Bei puer bleibt das e erhalten:

    puer → pueri

    Bei ager verschwindet es:

    ager → agri

    Deshalb ist es sinnvoll, ein lateinisches Nomen nicht nur mit seinem Nominativ, sondern auch mit dem Genitiv zu lernen:

    puer, pueri m.

    ager, agri m.

    Frage 17

    Warum ist der Genitiv beim Vokabellernen so wichtig?

    Antwort:
    Der Genitiv hilft uns, die Deklination und den Stamm des Nomens zu erkennen. Bei ager, agri sehen wir zum Beispiel, dass das e in den weiteren Formen wegfällt.

    13. Neutrale Nomen der o-Deklination

    Zur o-Deklination gehören nicht nur maskuline Nomen.

    Es gibt auch viele Neutra.

    LateinDeutsch
    templumTempel
    donumGeschenk
    bellumKrieg
    verbumWort

    Schauen wir uns templum vollständig an.

    templum – Tempel

    KasusSingularPlural
    Nominativtemplumtempla
    Genitivtemplitemplorum
    Dativtemplotemplis
    Akkusativtemplumtempla
    Ablativtemplotemplis

    Hier entdecken wir eine besonders wichtige Regel.

    14. Die Neutrum-Regel

    Bei neutralen Nomen gilt grundsätzlich:

    Nominativ und Akkusativ sind gleich.

    Bei den Neutra der o-Deklination enden Nominativ und Akkusativ Plural auf:

    -a

    Also:

    templum → Nominativ oder Akkusativ Singular

    templa → Nominativ oder Akkusativ Plural

    Dasselbe Muster finden wir bei:

    donum → dona

    bellum → bella

    verbum → verba

    Frage 18

    Wie lautet der Akkusativ Singular von templum?

    Antwort:
    templum

    Frage 19

    Wie lautet der Nominativ Plural von donum?

    Antwort:
    dona

    Frage 20

    Wie lautet der Akkusativ Plural von bellum?

    Antwort:
    bella

    Frage 21

    Welche wichtige Regel gilt für Nominativ und Akkusativ bei neutralen Nomen?

    Antwort:
    Nominativ und Akkusativ sind bei Neutra immer gleich.

    15. Neutra im Satz erkennen

    Vergleichen wir zwei Sätze:

    Templum magnum est.

    Der Tempel ist groß.

    Hier ist templum Nominativ Singular, denn es ist das Subjekt.

    Jetzt:

    Marcus templum videt.

    Marcus sieht den Tempel.

    Hier sieht templum genauso aus.

    Es ist aber Akkusativ Singular.

    Woher wissen wir das?

    Das Prädikat lautet:

    videt = er/sie/es sieht

    Wer sieht?

    Marcus

    Marcus ist also das Subjekt.

    Wen oder was sieht Marcus?

    templum

    Damit ist templum das Akkusativobjekt.

    Die Form allein reicht also nicht immer aus. Wir müssen den gesamten Satz analysieren.

    Frage 22

    Warum ist templum im ersten Satz Nominativ und im zweiten Satz Akkusativ?

    Antwort:
    In Templum magnum est ist templum das Subjekt und steht deshalb im Nominativ.

    In Marcus templum videt ist Marcus bereits das Subjekt. templum beantwortet die Frage Wen oder was sieht Marcus? und steht deshalb im Akkusativ.

    16. Der Genitiv im Satz

    Nun verwenden wir einen Genitiv:

    Villa amici magna est.

    Das Landhaus des Freundes ist groß.

    villa = das Landhaus

    amici = des Freundes

    Hier ist amici Genitiv Singular von:

    amicus

    Wir fragen:

    Wessen Landhaus ist groß?

    Das Landhaus des Freundes.

    Frage 23

    Welchen Kasus hat amici in diesem Satz?

    Antwort:
    Genitiv Singular.

    17. Der Dativ im Satz

    Jetzt ein Satz mit Dativ:

    Puella amico rosam dat.

    Das Mädchen gibt dem Freund eine Rose.

    Wer gibt?

    puella → Nominativ Singular

    Wem gibt das Mädchen eine Rose?

    amico → Dativ Singular

    Wen oder was gibt das Mädchen?

    rosam → Akkusativ Singular

    Frage 24

    Welche drei Kasus kommen in diesem Satz vor?

    Antwort:
    Nominativ, Dativ und Akkusativ.

    18. Der Ablativ im Satz

    Betrachten wir:

    Marcus cum amico ambulat.

    Marcus geht mit dem Freund spazieren.

    Die Präposition:

    cum = mit

    steht mit dem Ablativ.

    Deshalb:

    amicus → amico

    cum amico = mit dem Freund

    Frage 25

    Warum steht hier amico und nicht amicum?

    Antwort:
    Weil die Präposition cum den Ablativ verlangt. Deshalb steht amicus hier als amico im Ablativ Singular.

    19. Singular und Plural vergleichen

    Vergleichen wir:

    Puella in horto ambulat.

    Das Mädchen geht im Garten spazieren.

    und:

    Puellae in hortis ambulant.

    Die Mädchen gehen in den Gärten spazieren.

    Wir sehen mehrere Veränderungen:

    puella → puellae

    horto → hortis

    ambulat → ambulant

    Nicht nur das Nomen verändert sich. Auch das Verb muss zum Subjekt passen.

    Frage 26

    Woran erkennst du, dass puellae im zweiten Satz Nominativ Plural und nicht Dativ Singular ist?

    Antwort:
    Das Prädikat ambulant steht in der 3. Person Plural. Wir brauchen deshalb ein Subjekt im Plural. puellae kann Nominativ Plural sein und passt zu ambulant.

    20. Endungen erkennen statt jede Form einzeln auswendig lernen

    Beim Lernen ist es hilfreich, nicht jede Wortform als völlig neues Wort zu betrachten.

    Wenn du weißt:

    puella → puellam

    kannst du auch bilden:

    rosa → rosam

    villa → villam

    terra → terram

    Und wenn du weißt:

    amicus → amicum

    kannst du entsprechend bilden:

    servus → servum

    hortus → hortum

    discipulus → discipulum

    Du lernst also keine langen Listen völlig unabhängiger Formen, sondern Deklinationsmuster.

    21. Die wichtigsten Endungen der a-Deklination

    KasusSingularPlural
    Nominativ-a-ae
    Genitiv-ae-arum
    Dativ-ae-is
    Akkusativ-am-as
    Ablativ-a / -ā-is

    22. Die wichtigsten Endungen der maskulinen o-Deklination

    KasusSingularPlural
    Nominativ-us / -er-i
    Genitiv-i-orum
    Dativ-o-is
    Akkusativ-um-os
    Ablativ-o-is

    23. Die wichtigsten Endungen der neutralen o-Deklination

    KasusSingularPlural
    Nominativ-um-a
    Genitiv-i-orum
    Dativ-o-is
    Akkusativ-um-a
    Ablativ-o-is

    Die wichtigste Besonderheit lautet:

    Bei Neutra sind Nominativ und Akkusativ immer gleich.

    24. Wie gehe ich bei einem unbekannten Nomen vor?

    Wenn du in einem lateinischen Satz ein Nomen siehst, kannst du Schritt für Schritt überlegen:

    1. Wie lautet die Grundform?
    2. Zu welcher Deklination gehört das Nomen?
    3. Welche Endung hat die vorliegende Form?
    4. Welche Kasus und Numeri sind mit dieser Form möglich?
    5. Welche dieser Möglichkeiten passt zum Satz?
    6. Welche Funktion übernimmt das Nomen im Satz?

    Das ist wichtig:

    Wir bestimmen nicht einfach eine Endung und hören dann auf.

    Eine Form kann mehrere Möglichkeiten haben.

    Erst:

    Form + Satzbau + Verb + Bedeutung + Kontext

    führen gemeinsam zur richtigen Analyse.

    25. Teste dich selbst

    Versuche zunächst, die folgenden Fragen ohne die Tabellen und ohne die Antworten weiter oben zu beantworten.

    1. Was bedeutet Deklination?
    2. Was ist der Unterschied zwischen Kasus und Numerus?
    3. Zu welcher Deklination gehört puella?
    4. Zu welcher Deklination gehört amicus?
    5. Welche drei grammatischen Formen kann puellae darstellen?
    6. Wie lautet der Akkusativ Singular von rosa?
    7. Wie lautet der Genitiv Plural von puella?
    8. Wie lautet der Dativ Plural von villa?
    9. Wie lautet der Akkusativ Singular von hortus?
    10. Wie lautet der Genitiv Singular von amicus?
    11. Wie lautet der Akkusativ Plural von servus?
    12. Ist jedes Nomen der a-Deklination feminin?
    13. Nenne zwei maskuline Nomen der a-Deklination.
    14. Warum sollte man bei einem Nomen wie ager auch den Genitiv lernen?
    15. Wie lautet der Genitiv Singular von ager?
    16. Wie lautet der Akkusativ Singular von puer?
    17. Welche besondere Regel gilt für neutrale Nomen?
    18. Wie lautet der Nominativ Plural von templum?
    19. Wie lautet der Akkusativ Plural von donum?
    20. Welche Form kann sowohl Nominativ als auch Akkusativ Singular von templum sein?
    21. Welchen Kasus hat rosam in Puella rosam amat?
    22. Welchen Kasus hat puellae in Marcus puellae rosam dat?
    23. Welchen Kasus hat horto in Servus in horto laborat?
    24. Welchen Kasus hat hortum in Puer in hortum currit?
    25. Was ist der Bedeutungsunterschied zwischen in horto und in hortum?
    26. Welchen Kasus hat amico in Marcus cum amico ambulat?
    27. Welchen Kasus hat amici in Villa amici magna est?
    28. Warum ist templum in Templum magnum est Nominativ?
    29. Warum ist templum in Marcus templum videt Akkusativ?
    30. Warum kann man den Kasus eines lateinischen Nomens nicht immer allein anhand seiner Form bestimmen?

    26. Musterlösungen zum Selbsttest

    1. Deklination bedeutet die Veränderung der Form eines Nomens nach Kasus und Numerus.

    2. Der Kasus bezeichnet den Fall, der Numerus unterscheidet Singular und Plural.

    3. puella gehört zur a-Deklination.

    4. amicus gehört zur o-Deklination.

    5. Genitiv Singular, Dativ Singular oder Nominativ Plural.

    6. rosam

    7. puellarum

    8. villis

    9. hortum

    10. amici

    11. servos

    12. Nein.

    13. Zum Beispiel agricola und nauta.

    14. Der Genitiv hilft dabei, die Deklination und den Wortstamm zu erkennen. Bei ager, agri sieht man beispielsweise, dass das e in den übrigen Formen nicht erhalten bleibt.

    15. agri

    16. puerum

    17. Bei neutralen Nomen sind Nominativ und Akkusativ immer gleich.

    18. templa

    19. dona

    20. templum

    21. Akkusativ Singular.

    22. Dativ Singular.

    23. Ablativ Singular.

    24. Akkusativ Singular.

    25. in horto bedeutet im Garten und beantwortet die Frage Wo?; in hortum bedeutet in den Garten und beantwortet die Frage Wohin?

    26. Ablativ Singular, weil cum mit dem Ablativ steht.

    27. Genitiv Singular.

    28. Weil templum das Subjekt des Satzes ist.

    29. Weil Marcus das Subjekt ist und templum die Frage Wen oder was sieht Marcus? beantwortet.

    30. Weil dieselbe Form mehrere Kasus oder Numeri darstellen kann. Deshalb müssen wir zusätzlich Prädikat, Satzbau, Bedeutung und Kontext berücksichtigen.

    27. Das Wichtigste auf einen Blick

    Die a-Deklination begegnet uns zum Beispiel bei:

    puella, rosa, villa, via, aqua, terra

    Aber auch maskuline Nomen können dazugehören:

    agricola, nauta

    Zur o-Deklination gehören unter anderem maskuline Nomen auf -us:

    amicus, dominus, servus, hortus, discipulus, lupus

    Daneben gibt es maskuline Nomen auf -er:

    puer, ager

    Und es gibt neutrale Nomen:

    templum, donum, bellum, verbum

    Besonders wichtig ist die Neutrum-Regel:

    Nominativ = Akkusativ

    Im Plural der neutralen o-Deklination enden beide auf:

    -a

    Wir haben außerdem gesehen, dass Deklinationen nicht isoliert gelernt werden sollten. Sobald die Formen in einem Satz stehen, verbinden wir unser Wissen über Deklination, Kasus, Numerus, Satzglieder, Präpositionen und Verben miteinander.

    Genau dadurch wird aus dem bloßen Auswendiglernen von Endungen nach und nach echtes Verständnis für lateinische Sätze.


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