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  • Die Bibel – eine Bildergeschichte in 6 Sprachen – 1. Mose 18

    Abraham empfängt drei Besucher und bittet Gott für Sodom

    In diesem Kapitel begegnet Gott Abraham auf besondere Weise: Drei Männer erscheinen bei seinem Zelt, und Abraham empfängt sie mit großer Gastfreundschaft. Einer der Besucher kündigt an, dass Sara trotz ihres hohen Alters einen Sohn bekommen wird. Anschließend erfährt Abraham von Gottes bevorstehendem Gericht über Sodom und Gomorra. In einem eindrucksvollen Gespräch setzt er sich für die Menschen in Sodom ein und bittet Gott, die Stadt um der Gerechten willen zu verschonen.

    Der Herr erscheint Abraham bei Mamre

    Vers 1

    Während der größten Mittagshitze saß Abraham am Eingang seines Zeltes bei den Bäumen von Mamre. Dort erschien ihm der HERR.

    Erklärung: Gott begegnet Abraham mitten in seinem gewöhnlichen Alltag. Die Geschichte zeigt, dass eine Begegnung mit Gott nicht an einen besonderen Ort oder eine religiöse Zeremonie gebunden ist.

    Vers 2

    Als Abraham aufblickte, bemerkte er drei Männer, die plötzlich in seiner Nähe standen. Sofort verließ er seinen Platz, eilte ihnen entgegen und verbeugte sich tief vor ihnen.

    Erklärung: Abraham begegnet den Besuchern mit großer Achtung und Gastfreundschaft. Die drei Männer spielen in der weiteren Erzählung eine besondere Rolle, denn durch diese Begegnung spricht Gott zu Abraham.

    Vers 3

    Abraham wandte sich ehrerbietig an einen der Besucher und bat ihn, seine Einladung anzunehmen und nicht einfach weiterzugehen.

    Erklärung: Abraham möchte die Fremden willkommen heißen. Seine Worte zeigen Respekt, Demut und den aufrichtigen Wunsch, ihnen etwas Gutes zu tun.

    Vers 4

    Er bot den Besuchern Wasser an, damit sie ihre staubigen Füße reinigen konnten. Anschließend sollten sie sich im Schatten eines Baumes ausruhen.

    Erklärung: In der heißen und trockenen Umgebung war Wasser besonders wertvoll. Das Waschen der Füße gehörte zur traditionellen Gastfreundschaft und bot Reisenden nach einem langen Fußmarsch Erfrischung.

    Vers 5

    Abraham versprach, ihnen etwas zu essen zu bringen, damit sie neue Kraft für ihre Reise sammeln konnten. Die Männer nahmen sein Angebot an.

    Erklärung: Gastfreundschaft bedeutet für Abraham mehr als eine höfliche Begrüßung. Er möchte sich persönlich um das Wohlergehen seiner Gäste kümmern.

    Vers 6

    Abraham ging schnell zu Sara ins Zelt und bat sie, aus einer großzügigen Menge feinen Mehls frisches Brot zuzubereiten.

    Erklärung: Abraham und Sara handeln gemeinsam, um ihre Gäste zu versorgen. Die große Menge Mehl zeigt, dass Abraham ihnen nicht nur eine kleine Mahlzeit anbieten möchte.

    Vers 7

    Danach eilte Abraham zu seiner Rinderherde, suchte ein besonders gutes junges Kalb aus und übergab es einem Diener zur Zubereitung.

    Erklärung: Abraham scheut weder Mühe noch Aufwand, um seine Besucher angemessen zu bewirten. Er bietet ihnen etwas Wertvolles aus seinem Besitz an.

    Vers 8

    Abraham brachte seinen Gästen Milchprodukte und das zubereitete Fleisch. Während die Männer unter dem Baum aßen, blieb er in ihrer Nähe stehen und kümmerte sich um sie.

    Erklärung: Abraham behandelt seine Gäste mit besonderer Aufmerksamkeit. Seine Haltung verdeutlicht, wie wichtig ihm Gastfreundschaft und die Bedürfnisse anderer Menschen sind.

    Gott kündigt die Geburt Isaaks an

    Vers 9

    Die Besucher erkundigten sich nach Sara. Abraham erklärte ihnen, dass seine Frau sich im Zelt aufhielt.

    Erklärung: Die Frage nach Sara leitet den entscheidenden Teil der Begegnung ein. Gottes Verheißung betrifft nicht nur Abraham, sondern ausdrücklich auch seine Frau.

    Vers 10

    Einer der Besucher kündigte Abraham an, dass er ungefähr ein Jahr später zurückkehren werde. Zu diesem Zeitpunkt werde Sara einen Sohn haben. Sara hörte diese Worte, während sie hinter dem Zelteingang stand.

    Erklärung: Gott bestätigt seine frühere Verheißung und nennt nun einen konkreten Zeitraum. Die Geburt des versprochenen Sohnes rückt näher.

    Vers 11

    Abraham und Sara waren inzwischen sehr alt. Sara hatte längst das Alter überschritten, in dem Frauen normalerweise Kinder bekommen können.

    Erklärung: Der Text betont, dass die angekündigte Geburt nach menschlichem Ermessen unmöglich erscheint. Dadurch wird die außergewöhnliche Bedeutung der göttlichen Verheißung hervorgehoben.

    Vers 12

    Als Sara die Ankündigung hörte, musste sie innerlich lachen. Sie fragte sich, wie sie in ihrem hohen Alter noch Mutter werden sollte, zumal auch Abraham bereits alt war.

    Erklärung: Saras Reaktion ist menschlich verständlich. Sie betrachtet die Situation aus ihrer bisherigen Lebenserfahrung und kann sich kaum vorstellen, dass sich ihr lang gehegter Kinderwunsch noch erfüllen wird.

    Vers 13

    Der HERR fragte Abraham, weshalb Sara über die Ankündigung gelacht habe und daran zweifle, in ihrem Alter noch ein Kind bekommen zu können.

    Erklärung: Gott kennt auch Saras unausgesprochene Gedanken. Ihre Zweifel bleiben ihm nicht verborgen, obwohl sie nur innerlich gelacht hat.

    Vers 14

    Gott stellte die entscheidende Frage, ob es überhaupt etwas gebe, das seine Macht übersteige. Er bekräftigte, dass Sara zur angekündigten Zeit im folgenden Jahr einen Sohn haben werde.

    Erklärung: Dieser Vers gehört zu den zentralen Aussagen des Kapitels. Er erinnert daran, dass Gottes Möglichkeiten nicht auf das beschränkt sind, was Menschen für wahrscheinlich oder machbar halten. Das bedeutet allerdings nicht, dass Gott jeden menschlichen Wunsch erfüllen muss.

    Vers 15

    Sara bekam Angst und bestritt, gelacht zu haben. Doch der HERR widersprach ihr und machte deutlich, dass er ihre Reaktion genau kannte.

    Erklärung: Sara versucht aus Furcht, ihre Zweifel zu verbergen. Gott stellt sie damit zur Rede, ohne seine Verheißung zurückzunehmen. Die Geschichte zeigt, dass menschliche Unsicherheit Gottes Zusage nicht automatisch aufhebt.

    Gott spricht über Sodom und Gomorra

    Vers 16

    Nachdem die Männer ihre Mahlzeit beendet hatten, machten sie sich auf den Weg in Richtung Sodom. Abraham begleitete sie ein Stück, um sie zu verabschieden.

    Erklärung: Die Erzählung wechselt nun von der freudigen Ankündigung einer Geburt zu einem ernsten Thema: dem bevorstehenden Gericht über Sodom und Gomorra.

    Vers 17

    Der HERR erwog, Abraham nicht im Unklaren darüber zu lassen, was er mit Sodom vorhatte.

    Erklärung: Gott lässt Abraham an seinen Absichten teilhaben. Damit wird die besondere Beziehung zwischen Gott und Abraham sichtbar.

    Vers 18

    Gott erinnerte daran, dass Abraham zum Stammvater eines großen und einflussreichen Volkes werden sollte. Durch ihn sollten Menschen aus allen Völkern der Erde Segen erfahren.

    Erklärung: Gottes Bund mit Abraham hat eine Bedeutung, die weit über seine eigene Familie hinausreicht. Die Verheißung betrifft letztlich die gesamte Menschheit.

    Vers 19

    Gott hatte Abraham dazu bestimmt, seine Kinder und die kommenden Generationen darin zu unterweisen, nach Gottes Willen zu leben und gerecht zu handeln. Auf diese Weise sollte sich Gottes Verheißung in seiner Familie entfalten.

    Erklärung: Gottes Erwählung bringt auch Verantwortung mit sich. Abraham soll seinen Nachkommen nicht nur den Glauben vermitteln, sondern ihnen auch zeigen, wie Gerechtigkeit und verantwortungsvolles Handeln im Alltag aussehen.

    Vers 20

    Der HERR erklärte, dass schwere Anschuldigungen gegen Sodom und Gomorra vorgebracht worden seien. Die Schuld dieser Städte sei außerordentlich groß.

    Erklärung: Die Erzählung beschreibt Sodom und Gomorra als Orte schwerwiegenden Unrechts. Das Bild des Klageschreis deutet darauf hin, dass das dort begangene Böse nicht ohne Folgen bleiben kann.

    Vers 21

    Gott kündigte an, die Verhältnisse in den Städten genau zu prüfen, um festzustellen, ob die Vorwürfe tatsächlich dem Ausmaß des begangenen Unrechts entsprachen.

    Erklärung: Die Darstellung verwendet menschliche Vorstellungen von Untersuchung und Überprüfung, um Gottes gerechtes Handeln verständlich zu machen. Sie betont, dass ein gerechtes Urteil nicht willkürlich gefällt wird.

    Vers 22

    Die Männer setzten ihren Weg nach Sodom fort. Abraham blieb dagegen in der Gegenwart des HERRN stehen.

    Erklärung: Nun beginnt ein außergewöhnliches Gespräch zwischen Abraham und Gott. Abraham nutzt die Gelegenheit, um für andere Menschen einzutreten.

    Abraham bittet Gott um Gerechtigkeit und Barmherzigkeit

    Vers 23

    Abraham trat näher zu Gott und fragte, ob er wirklich die Menschen, die gerecht lebten, gemeinsam mit den Schuldigen vernichten wolle.

    Erklärung: Abraham sorgt sich um die Unschuldigen, die möglicherweise in Sodom leben. Seine Frage zeigt, dass er Gottes Gerechtigkeit ernst nimmt und zugleich auf dessen Barmherzigkeit hofft.

    Vers 24

    Abraham stellte sich vor, dass in Sodom vielleicht fünfzig gerechte Menschen lebten. Er fragte, ob Gott die gesamte Stadt nicht um ihretwillen verschonen würde.

    Erklärung: Abraham bittet nicht nur darum, die Gerechten zu retten. Er möchte erreichen, dass durch ihre Anwesenheit auch die übrigen Bewohner verschont werden.

    Vers 25

    Abraham erklärte, dass es nicht zu Gottes Gerechtigkeit passen würde, Unschuldige und Schuldige unterschiedslos zu behandeln. Er vertraute darauf, dass der Richter der ganzen Erde gerecht entscheiden werde.

    Erklärung: Abraham beruft sich auf Gottes eigenes Wesen. Sein Gebet zeigt, dass Menschen ihre Fragen und Sorgen offen vor Gott bringen dürfen, auch wenn sie dessen Entscheidungen nicht vollständig verstehen.

    Vers 26

    Der HERR antwortete, dass er Sodom vollständig verschonen werde, wenn sich dort fünfzig gerechte Menschen finden ließen.

    Erklärung: Gott zeigt sich bereit, die ganze Stadt um einer vergleichsweise kleinen Gruppe gerechter Menschen willen zu verschonen. Darin wird seine Barmherzigkeit deutlich.

    Vers 27

    Abraham sprach erneut und betonte dabei seine eigene Unbedeutendheit gegenüber Gott. Obwohl er nur ein vergänglicher Mensch sei, wagte er es, seine Bitte fortzusetzen.

    Erklärung: Abraham verbindet Mut mit Demut. Er weiß um den großen Unterschied zwischen Gott und Mensch, lässt sich dadurch aber nicht davon abhalten, für andere einzutreten.

    Vers 28

    Abraham fragte, ob Gott die Stadt auch dann verschonen würde, wenn statt fünfzig nur fünfundvierzig gerechte Menschen dort lebten. Gott erklärte, dass er Sodom auch in diesem Fall nicht vernichten werde.

    Erklärung: Abraham nähert sich vorsichtig einer immer kleineren Zahl. Gottes Antwort macht deutlich, dass seine Bereitschaft zur Barmherzigkeit nicht an der ersten genannten Zahl endet.

    Vers 29

    Abraham setzte das Gespräch fort und fragte nach vierzig gerechten Menschen. Gott versprach, die Stadt auch um dieser vierzig willen zu verschonen.

    Erklärung: Abraham gibt seine Fürbitte nicht auf. Sein beharrliches Nachfragen zeigt, wie sehr ihm das Schicksal der Menschen am Herzen liegt.

    Vers 30

    Abraham bat Gott, über seine weiteren Fragen nicht zornig zu werden. Dann erkundigte er sich, ob dreißig gerechte Menschen ausreichen würden. Gott bestätigte, dass er die Stadt auch dann verschonen werde.

    Erklärung: Abraham spricht mit großer Ehrfurcht, aber auch mit wachsendem Vertrauen. Gott lässt sich auf das Gespräch ein und beantwortet seine Fragen geduldig.

    Vers 31

    Noch einmal wagte Abraham eine Bitte. Er fragte, ob die Stadt verschont werden könne, wenn nur zwanzig gerechte Menschen darin lebten. Gott erklärte sich auch damit einverstanden.

    Erklärung: Die wiederholten Bitten zeigen Abrahams Mitgefühl und seine Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit. Er denkt nicht nur an einzelne Gerechte, sondern an das Schicksal einer ganzen Stadt.

    Vers 32

    Abraham bat Gott ein letztes Mal um Geduld und fragte, ob bereits zehn gerechte Menschen ausreichen würden. Gott versprach, Sodom auch um dieser zehn Menschen willen nicht zu vernichten.

    Erklärung: Abraham hat die ursprünglich genannte Zahl von fünfzig auf zehn reduziert. Gott bestätigt jedes Mal seine Bereitschaft, die Stadt zu verschonen. Warum Abraham bei zehn aufhört, erklärt der Bibeltext nicht.

    Vers 33

    Nachdem das Gespräch beendet war, entfernte sich der HERR. Abraham kehrte an seinen bisherigen Aufenthaltsort zurück.

    Erklärung: Das Kapitel endet, ohne bereits zu verraten, was mit Sodom geschehen wird. Die Fortsetzung folgt im nächsten Kapitel. Abraham hat seine Bitte vor Gott gebracht, doch die endgültige Entscheidung liegt bei Gott.

    Was können wir aus 1. Mose 18 lernen?

    Dieses Kapitel verbindet zwei wichtige Themen: das Vertrauen auf Gottes Verheißungen und die Verantwortung für unsere Mitmenschen.

    Abraham und Sara erfahren, dass Gott sein Versprechen auch dann erfüllen kann, wenn die äußeren Umstände hoffnungslos erscheinen. Saras Lachen macht deutlich, dass selbst Menschen, die Gott kennen, manchmal Schwierigkeiten haben, seinen Zusagen zu vertrauen.

    Gleichzeitig zeigt Abraham durch seine Fürbitte für Sodom, dass echter Glaube nicht nur das eigene Wohlergehen im Blick hat. Er interessiert sich für das Schicksal anderer Menschen und setzt sich sogar für diejenigen ein, die in einer von schwerem Unrecht geprägten Stadt leben.

    Besonders bemerkenswert ist, dass Abraham Gott Fragen stellt. Er schweigt nicht aus Angst, sondern spricht respektvoll und offen mit ihm.

    Die Geschichte lädt uns dazu ein, Gott unsere Zweifel anzuvertrauen, für andere Menschen zu beten und uns im Alltag für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit einzusetzen.

    Fragen zum Nachdenken

    • Wie gehe ich damit um, wenn Gottes Verheißungen oder meine Gebete scheinbar unerfüllt bleiben?
    • Kann ich Gott meine Zweifel genauso offen zeigen wie Abraham und Sara?
    • Wie kann ich in meinem Alltag gastfreundlicher sein?
    • Bete ich auch für Menschen, deren Verhalten ich nicht gutheiße?
    • Was bedeutet es für mich, auf Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu vertrauen?

    Fortsetzung der Bildergeschichte

    Im nächsten Kapitel, 1. Mose 19, erfahren wir, was in Sodom geschieht, wie Lot die Besucher empfängt und welche Folgen das Gericht über die Städte hat.


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