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  • Meine Wiederzulassung zur vollen Gemeinschaft der katholischen Kirche – Ablauf, Bedeutung und persönliche Erfahrung

    Meine Wiederzulassung zur vollen Gemeinschaft der katholischen Kirche – Ablauf, Bedeutung und persönliche Erfahrung

    Was bedeutet Wiederzulassung in die katholische Kirche (Rekonziliation)?

    Am 25. April 2026 wurde ich wieder zur vollen Gemeinschaft der katholischen Kirche zugelassen (Rekonziliation).

    In diesem Artikel erkläre ich dir zuerst kurz, was diese Wiederzulassung (Rekonziliation) bedeutet und wann man sie macht. Danach zeige ich dir, wie meine persönliche Feier abgelaufen ist, wer dabei war und was wir gemeinsam gebetet und erlebt haben.

    Wenn man aus der katholischen Kirche ausgetreten ist und zurückkehren möchte, stellt man im Pfarrbüro gemeinsam mit dem Pfarrer einen Antrag. Dabei wird ein Dokument ausgefüllt, das an den Bischof weitergeleitet wird, der die Wiederzulassung genehmigt.

    Wichtig ist vor allem das Gespräch über die Gründe für den Austritt und die Gründe für den Wiedereintritt. Auch persönliche Lebensumstände werden besprochen, zum Beispiel frühere Ehen.

    Danach wird ein Termin vereinbart. Diese Wiederaufnahme kann ganz schlicht im Pfarrbüro stattfinden oder – wie bei mir – als feierlicher Gottesdienst.

    Wichtig ist außerdem eine Zeugin oder ein Zeuge. Diese Person muss nicht katholisch sein. Entscheidend ist nur, dass sie bezeugen kann, dass man diesen Schritt wirklich gehen möchte. Die Zeugin oder der Zeuge unterschreibt dies dann auch offiziell.

    Ablauf der Feier

    Geplant war, dass wir uns im Altarraum der Kirche versammeln. Tatsächlich saßen wir dann auf den ersten drei Kirchenbänken, während der Pfarrer im Altarraum stand und die musikalische Begleitung seitlich positioniert war.

    Zu Beginn haben wir das Lied „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“ gesungen, zuerst gemeinsam und dann als Kanon.

    Nach der liturgischen Eröffnung und einer kurzen Einführung habe ich das Glaubensbekenntnis gesprochen.

    Danach folgte meine Wiederzulassung zur vollen Gemeinschaft der katholischen Kirche sowie der Nachlass der Rechtsfolgen.

    Anschließend haben wir das Lied „Come Back to Me“ aus Taizé gesungen.

    Danach bin ich zur Beichte und zur Lossprechung mit dem Pfarrer in die Sakristei gegangen. Währenddessen hat Sylvia instrumental am Keyboard gespielt.

    Direkt nach der Beichte wurde das Protokoll der Wiederzulassung unterschrieben – von mir, von meiner Zeugin Belinda, von der Messnerin Eva und vom Pfarrer.

    Im Anschluss haben wir das Lied „Herr, du bist mein Leben“ gesungen.

    Danach folgte noch ein Gebet.

    Anschließend wurde die Monstranz gezeigt – wer das nicht kennt: das ist ein Gefäß, in dem die konsekrierte Hostie sichtbar ausgestellt wird, um die Gegenwart Christi zu verehren.

    Danach haben wir „Großer Gott, wir loben dich“ gesungen, in dem es auch heißt „Heilig, heilig, heilig“.

    Dankgebet

    Ich habe dieses Dankgebet selbst verfasst und während der Feier vorgetragen.

    Lieber Gott,

    danke, du Gott der Gemeinschaft, dass du uns heute zusammengebracht hast. Denn wo zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, da bist du mitten unter ihnen.

    Danke, du Gott der Unterstützung und Wahrheit, für all die Menschen, die mich darin unterstützen, zurückzukommen zu dir. Denn nur bei dir ist die Wahrheit, und nur durch Jesus werden wir gerettet.

    Danke, du Gott der Vergebung, dass du mich wieder in deine Kirche aufgenommen hast. Danke, dass ich wieder bei dir sein darf, auch wenn ich lange weg war. Danke, dass du mir verzeihst. Danke, dass du mich immer noch liebst.

    Danke, du Gott der Gemeinschaft, dass ich wieder Gemeinschaft im Glauben erleben darf. Danke, dass du mir so viele liebe Menschen an die Seite gestellt hast, die mir geholfen haben, wieder Teil der Kirche zu werden. Danke, dass viele von ihnen heute hier sein können.

    Danke, du Gott der Freundschaft, für Belinda, die mir seit Jahren eine gute Freundin ist und mir allein dadurch, dass sie dich liebt, ein Vorbild ist. Danke, dass sie mich immer wieder an dich erinnert hat und mich heute als Zeugin unterstützt.

    Danke, du Gott der Einladung, für Andrea, die mich in den Bibelkreis und in die Freikirche eingeladen hat und die mich wochenlang mitgenommen hat, als ich keine Fahrmöglichkeit hatte, damit ich Gemeinschaft im Glauben erleben durfte.

    Danke, du Gott der Einsicht und Weisheit, für Armin vom Bibelkreis in Rott, mit dem ich die Bibel besser kennenlernen durfte, mit dem ich jede Woche Gemeinschaft im Glauben erlebe und viele wertvolle Einsichten bekommen habe und durch den ich mich aktiv an die Kraft des freien Gebetes erinnern durfte.

    Danke, du Gott des Verständnisses und der Hilfsbereitschaft, für Sylvia und Siglinde vom Bibelkreis in Schongau, die mir nicht nur geholfen haben, die Bibel besser zu verstehen und die Abende in deinem Sinne zu verbringen, sondern die mich sogar aus Apfeldorf abgeholt haben, als ich keine Fahrmöglichkeit hatte, damit ich am Bibelkreis teilnehmen konnte.

    Danke, du Gott der Erinnerung und Verbundenheit, für die Frauengruppe der FEG Schongau und für Ulrike, die die Gruppe organisiert. Danke, dass du mich durch Ulrike daran erinnerst, dass ich schon mein ganzes Leben mit dir verbunden bin.

    Danke, du Gott der Musik und des Gebets, für die musikalische Unterstützung durch Eva und Marcus, durch Sylvia und Ingrid und alle, die heute hier sind und mitsingen und mitbeten.

    Danke, du Gott der Kirche und Seelsorge, dass mein Pfarrer mich bei diesem wichtigen Schritt begleitet hat und diese ökumenische Feier möglich gemacht hat.

    Danke, du Gott der Gespräche und Liebe, auch für alle Menschen, die heute nicht hier sein können und mich trotzdem auf meinem Weg begleitet haben.

    Danke, du Gott Jahwe, der „Ich bin da“, dass du immer da warst, auch in der Zeit, in der ich weit weg war. Danke, dass du mich nie vergessen hast und dass ich heute nach Hause kommen darf.

    Amen.

    Fürbitten

    Die Fürbitten haben Belinda und ich gemeinsam formuliert und abwechselnd vorgetragen.

    🌻 Frieden stiftender Gott,
    schenke allen Menschen, die innerlich unruhig sind und Kämpfe mit sich selbst austragen, deinen Frieden. Stärke sie durch deine tiefe Stille, damit sie Rast und Ruhe finden.

    ✨️ Allgegenwärtiger Gott,
    schenke allen Menschen, die von Zweifel geplagt sind und einen Weg zu dir suchen, Geduld und Zuversicht. Lass sie deine Nähe und den Glauben an dich spürbar erfahren.

    🌞 Gütiger Gott,
    schenke allen Menschen, die im Dunkeln stehen und vom Weg abgekommen sind, dein helles Licht. Erhelle ihre Herzen, leite und führe sie auf dem Weg des Lebens.

    🕯 Segen spendender Gott,
    schenke allen Menschen, die innerlich verletzt oder seelisch erkrankt sind, verständnisvolle und liebende Menschen an ihre Seite. Heile ihre tiefen Wunden und tröste sie. Gib ihnen die Kraft, neuen Lebensmut zu schöpfen.

    Am Ende hat Belinda noch eine persönliche Fürbitte für mich gesprochen.

    Abschluss der Feier

    Gemeinsam haben wir das Vaterunser gebetet.

    Danach haben wir das Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ gesungen.

    Zum Abschluss gab es den Segen und das Lied „Segne du, Maria“.

    Anschließend wurden die Geschenke gesegnet, die Belinda mitgebracht hatte.

    Danach sind wir gemeinsam ins Restaurant gefahren und haben im Biergarten zusammen gebetet, geredet und gegessen. Außerdem habe ich sehr liebe Geschenke bekommen.

    Ganz am Schluss bin ich noch mit Olaf zu einer Kapelle gewandert, wo wir gemeinsam gebetet haben.

    Schlussgedanke

    Wenn du einmal aus der Kirche ausgetreten bist, kannst du dich vielleicht fragen, was du damals zurückgelassen hast und was dir heute fehlt. Vielleicht lohnt es sich, der Kirche noch einmal eine zweite Chance zu geben.

    Es ist etwas Besonderes, Teil einer Gemeinschaft zu sein, gemeinsam zu beten und zu singen, gesegnet zu werden und die Sakramente zu empfangen. Deshalb kann es sich wirklich lohnen, über eine Wiederaufnahme oder einen Wiedereintritt nachzudenken. Und wenn du noch gar nicht getauft bist, kann es auch ein schöner Schritt sein, darüber nachzudenken, sich taufen zu lassen.

    Alle Blogartikel gibt es wie immer in sechs Sprachen. Die Links dazu findest du direkt unter dem Titel dieses Blogartikels.


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