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  • Gottes Willen erkennen – aber wie?

    Gottes Willen erkennen – aber wie?

    Wie kann ich Gottes Willen erkennen?

    „Wie erkenne ich Gottes Willen?“ Diese Frage hat sich wahrscheinlich jeder Christ schon einmal gestellt. Besonders dann, wenn wichtige Entscheidungen anstehen, wünschen wir uns Klarheit und Orientierung.

    Die Bibel gibt uns auf viele Fragen eine eindeutige Antwort. Sie zeigt uns, wie Gott möchte, dass wir leben. Sie fordert uns auf, Gott und unseren Nächsten zu lieben, ehrlich zu sein, zu vergeben, barmherzig zu handeln und Jesus nachzufolgen. Doch viele Entscheidungen unseres Alltags werden darin nicht ausdrücklich beantwortet.

    Soll ich diesen Beruf wählen oder einen anderen?

    Soll ich in diese Stadt ziehen?

    Welche Gemeinde ist die richtige für mich?

    Ist jetzt der richtige Zeitpunkt zu handeln oder sollte ich lieber noch warten?

    Und für viele Christen gehört auch diese Frage dazu:

    Wen hat Gott als Ehepartner für mich vorgesehen?

    Gerade weil wir Gott lieben und ihm nachfolgen möchten, wünschen wir uns nicht einfach nur gute Entscheidungen, sondern Entscheidungen, die seinem Willen entsprechen. Gleichzeitig haben viele Christen die Sorge, Gottes Führung zu übersehen oder den eigenen Wunsch mit Gottes Willen zu verwechseln.

    Genau deshalb beschäftigt diese Frage Christen seit Jahrhunderten – und wahrscheinlich wird sie nie ihre Aktualität verlieren.

    Warum beschäftigt mich Gottes Führung gerade besonders?

    Auch mich begleitet diese Frage seit einiger Zeit sehr intensiv.

    In meinem Leben verändert sich gerade vieles. Ich bin nach München gezogen, habe eine neue Gemeinde gefunden, lerne viele neue Menschen kennen und beschäftige mich intensiv mit meiner beruflichen Zukunft. Gleichzeitig wünsche ich mir eine christliche Ehe und frage mich immer wieder, wie Gottes Führung in all diesen Bereichen aussieht.

    In den vergangenen Monaten ist mein Glaube immer wichtiger geworden. Ich lese täglich in der Bibel, veröffentliche den „Vers des Tages“, schreibe christliche Blogartikel und beschäftige mich intensiv mit verschiedenen biblischen Themen. Je mehr ich mich mit Gott befasse, desto größer wird allerdings auch mein Wunsch, seinen Willen immer besser zu erkennen.

    Dabei ist mir bewusst geworden, dass die Bibel zwar unsere wichtigste Grundlage ist, ich aber manche Bibelstellen nicht sofort verstehe. Manche Verse erscheinen auf den ersten Blick eindeutig, andere werden selbst von gläubigen Christen und Theologen unterschiedlich ausgelegt. Gerade deshalb möchte ich Gottes Wort nicht vorschnell nach meinen eigenen Vorstellungen interpretieren, sondern demütig dazulernen und mich immer wieder neu von Gott korrigieren lassen.

    Vielleicht besteht geistliches Wachstum gerade darin, offen zu bleiben und Gott immer besser kennenzulernen.

    Wie ist dieser Blogartikel entstanden?

    Mit all diesen Gedanken im Herzen stellte ich vor einigen Tagen im Forum der christlichen Partnerbörse Christ sucht Christ eine scheinbar einfache Frage:

    „Wie erkennt ihr den Willen Gottes?“

    Ich war gespannt auf die Antworten – und wurde überrascht.

    Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Christen unterschiedlichster Prägungen schilderten ihre Erfahrungen, zitierten Bibelstellen, erzählten persönliche Erlebnisse und beschrieben, wie sie Gottes Führung in ihrem Leben wahrgenommen haben.

    Manche betonten die Bibel als wichtigste Grundlage.

    Andere sprachen vom Wirken des Heiligen Geistes.

    Wieder andere nannten den inneren Frieden, das Gebet, den Rat anderer Christen, Träume, Visionen oder besondere Erfahrungen.

    Je mehr Kommentare ich las, desto mehr Fragen entstanden in meinem eigenen Herzen. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass viele Antworten sich gar nicht widersprechen, sondern verschiedene Facetten derselben Wahrheit zeigen.

    Aus dieser spannenden Diskussion ist schließlich dieser Blogartikel entstanden.

    Gebet zur Entspannung: Gottes Willen erkennen und inneren Frieden finden

    Während ich mich immer intensiver mit diesem Thema beschäftigte, entstand gleichzeitig eine neue Idee für meine Blogartikelserie „Gebete zur Entspannung“.

    Vielleicht fällt es uns gerade deshalb so schwer, Gottes Willen zu erkennen, weil unser Herz oft voller Sorgen, Erwartungen, Ängste oder eigener Pläne ist. Je ruhiger wir werden, je mehr wir Gott vertrauen und je tiefer unsere Beziehung zu ihm wächst, desto leichter fällt es uns vielleicht auch, seine Führung wahrzunehmen.

    Weiter unten in diesem Artikel findest du deshalb ein neues Gebet aus dieser Reihe:

    „Lehre mich, deinen Willen zu erkennen.“

    Wie alle Gebete dieser Serie erscheint auch dieses nach und nach in sechs Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Russisch.

    Doch bevor wir gemeinsam darüber nachdenken, wie Gott uns führt, sollten wir zunächst eine grundlegende Frage beantworten:

    Was bedeutet es eigentlich, Gottes Willen zu erkennen?

    Bevor wir darüber sprechen, wie wir Gottes Willen erkennen können, sollten wir zunächst klären, was wir überhaupt darunter verstehen.

    Denn nicht alles, was wir als „Gottes Willen“ bezeichnen, meint dasselbe.

    Man kann den Willen Gottes grob in zwei Bereiche unterteilen:

    • Gottes offenbarten Willen
    • Gottes persönliche Führung für unser Leben

    Diese Unterscheidung hat mir selbst sehr geholfen.

    Gottes offenbarter Wille steht bereits in der Bibel

    Es gibt viele Dinge, über die wir nicht lange nachdenken müssen, weil Gott sie uns bereits eindeutig offenbart hat.

    So möchte Gott beispielsweise, dass wir ihn lieben und unseren Nächsten lieben.

    „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. […] Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
    (Matthäus 22,37–39)

    Gott möchte, dass wir ehrlich sind, vergeben, barmherzig handeln und anderen dienen.

    Er möchte, dass wir ihm immer ähnlicher werden.

    „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu werden.“
    (Römer 8,29)

    Auch an anderen Stellen sagt die Bibel sehr deutlich, was Gottes Wille ist.

    Zum Beispiel:

    „Denn das ist der Wille Gottes: eure Heiligung.“
    (1. Thessalonicher 4,3)

    Oder:

    „Seid allezeit fröhlich. Betet ohne Unterlass. Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“
    (1. Thessalonicher 5,16–18)

    Außerdem möchte Gott, dass alle Menschen gerettet werden.

    „Er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“
    (1. Timotheus 2,4)

    Über diese Dinge müssen wir also nicht rätseln.

    Sie stehen bereits in Gottes Wort.

    Gottes persönliche Führung betrifft unsere individuellen Entscheidungen

    Daneben gibt es jedoch viele Fragen, auf die die Bibel keine direkte Antwort gibt.

    Soll ich Lehrer werden oder Ingenieur?

    Soll ich nach München ziehen oder lieber in meiner bisherigen Heimat bleiben?

    Ist diese Gemeinde die richtige für mich?

    Soll ich dieses Arbeitsangebot annehmen?

    Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt?

    Oder möchte Gott, dass ich noch warte?

    Auch die Partnersuche gehört für viele Christen in diesen Bereich.

    Die Bibel sagt uns sehr deutlich, welche Eigenschaften ein Ehepartner haben sollte und welche Werte eine christliche Ehe tragen. Sie nennt jedoch in der Regel keinen konkreten Namen.

    Genau hier beginnt die persönliche Suche nach Gottes Führung.

    Gott möchte nicht nur unsere Entscheidungen verändern, sondern unser Herz

    Während ich über all diese Fragen nachdachte, wurde mir etwas bewusst.

    Vielleicht fragen wir manchmal zu schnell:

    „Was soll ich tun?“

    Dabei möchte Gott uns zunächst eine andere Frage stellen:

    „Wer möchtest du werden?“

    Denn Gottes Ziel ist nicht nur, dass wir möglichst viele richtige Entscheidungen treffen.

    Er möchte unser Herz verändern.

    Je ähnlicher wir Jesus werden, desto mehr verändern sich auch unsere Wünsche, unsere Prioritäten und unsere Entscheidungen.

    Vielleicht erkennen wir Gottes Willen deshalb nicht zuerst durch eine besondere Methode, sondern dadurch, dass wir Gott immer besser kennenlernen.

    Beziehung statt Checkliste

    Manchmal wünschen wir uns eine klare Anleitung.

    Eine Art geistliche Checkliste:

    • Drei Schritte, um Gottes Willen zu erkennen.
    • Fünf Merkmale göttlicher Führung.
    • Sieben sichere Zeichen.

    Doch je länger ich mich mit diesem Thema beschäftige, desto mehr glaube ich, dass Gott uns vor allem in eine Beziehung mit sich hineinführen möchte.

    Eine Beziehung lebt nicht von Formeln.

    Sie lebt von Vertrauen.

    Von gemeinsamen Erfahrungen.

    Von Zuhören.

    Von Wachsen.

    Genau deshalb haben mich die vielen Antworten aus der Diskussion so fasziniert.

    Sie zeigten keine einheitliche Methode.

    Aber sie hatten alle etwas gemeinsam:

    Die Menschen beschrieben eine immer tiefere Beziehung zu Gott.

    Und vielleicht beginnt genau dort das eigentliche Erkennen seines Willens.

    Gottes Willen erkennen durch die Bibel – reicht das aus?

    Wenn Christen darüber sprechen, wie sie Gottes Willen erkennen, fällt fast immer als Erstes ein Wort:

    Die Bibel.

    Und das aus gutem Grund.

    Sie ist Gottes Wort und damit die wichtigste Grundlage unseres Glaubens.

    Der Psalmist schreibt:

    „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“
    (Psalm 119,105)

    Auch Paulus betont:

    „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“
    (2. Timotheus 3,16–17)

    Für mich gibt es deshalb keinen Zweifel:

    Wenn ich Gottes Willen erkennen möchte, führt kein Weg an der Bibel vorbei.

    Warum beantwortet die Bibel trotzdem nicht jede Frage?

    Gleichzeitig habe ich im Laufe der Zeit gemerkt, dass die Bibel zwar unser Fundament ist, aber nicht jede konkrete Lebensentscheidung direkt beantwortet.

    Sie sagt mir nicht:

    • Ziehe nach München.
    • Nimm genau diesen Arbeitsplatz an.
    • Heirate diese bestimmte Person.
    • Kaufe dieses Haus.
    • Warte noch drei Monate.

    Die Bibel vermittelt vielmehr Prinzipien, Werte und Weisheit.

    Sie hilft uns, Entscheidungen im Licht Gottes zu treffen.

    Gerade deshalb finde ich Sprüche 3 so schön:

    „Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne ihn auf allen deinen Wegen, so wird er deine Pfade ebnen.“
    (Sprüche 3,5–6)

    Interessanterweise heißt es dort nicht:

    „Erkenne alle Antworten.“

    Sondern:

    „Erkenne ihn.“

    Vielleicht ist das ein entscheidender Unterschied.

    Bibellesen bedeutet nicht automatisch, alles zu verstehen

    Je intensiver ich die Bibel lese, desto größer wird meine Begeisterung – und gleichzeitig auch meine Ehrfurcht.

    Manche Bibelstellen sprechen mich sofort an.

    Andere erschließen sich mir erst nach mehrmaligem Lesen.

    Und wieder andere werfen neue Fragen auf.

    Das finde ich überhaupt nicht schlimm.

    Im Gegenteil.

    Es zeigt mir, wie tief Gottes Wort ist.

    Der Apostel Petrus schreibt sogar über die Briefe des Paulus:

    „Darin ist manches schwer zu verstehen.“
    (2. Petrus 3,16)

    Wenn selbst Petrus das schreibt, muss ich mich also nicht schämen, wenn ich ebenfalls nicht jede Stelle sofort verstehe.

    Warum ich Bibelstellen nicht vorschnell auslegen möchte

    Gerade weil mir Gottes Wort so wichtig ist, möchte ich Bibelstellen nicht einfach so auslegen, wie sie am besten zu meinen eigenen Vorstellungen passen.

    Ich wünsche mir, zuerst den Zusammenhang zu verstehen.

    Was wollte der biblische Autor sagen?

    An wen richteten sich seine Worte?

    Wie passt diese Stelle in den gesamten Zusammenhang der Bibel?

    Dabei fällt mir immer wieder auf, dass selbst gläubige Christen und Theologen manche Bibelstellen unterschiedlich verstehen.

    Das bedeutet nicht automatisch, dass einer Recht und alle anderen Unrecht haben.

    Oft zeigt es vielmehr, wie vielschichtig Gottes Wort ist und wie wichtig Demut beim Bibellesen bleibt.

    Jakobus schreibt:

    „Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott; der gibt allen gern und macht niemandem Vorwürfe.“
    (Jakobus 1,5)

    Genau das möchte ich tun.

    Nicht nur lesen.

    Nicht nur verstehen wollen.

    Sondern Gott immer wieder um Weisheit bitten.

    Gottes Wort lesen – und Gott selbst kennenlernen

    Je länger ich über dieses Thema nachdenke, desto mehr verändert sich auch meine Sicht auf das Bibellesen.

    Früher wollte ich oft möglichst schnell Antworten finden.

    Heute wünsche ich mir immer mehr, beim Lesen der Bibel Gott selbst besser kennenzulernen.

    Denn vielleicht ist das eigentliche Ziel der Bibel gar nicht zuerst, alle unsere Fragen zu beantworten.

    Vielleicht möchte sie uns vor allem den zeigen, der die Antwort ist.

    Jesus sagte:

    „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“
    (Johannes 14,6)

    Je näher wir Jesus kommen, desto besser lernen wir sein Wesen kennen.

    Und vielleicht erkennen wir dadurch auch seinen Willen immer klarer.

    Damit stellt sich die nächste spannende Frage:

    Wenn Gott uns nicht nur durch die Bibel führt – wie spricht er dann heute noch zu uns?

    Wie spricht Gott heute noch zu uns?

    Nachdem ich alle Kommentare im Forum gelesen hatte, wurde mir schnell klar:

    Es gibt nicht nur einen einzigen Weg, auf dem Christen Gottes Führung erleben.

    Manche Antworten ähnelten sich sehr. Andere unterschieden sich deutlich. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass sich viele Gedanken wunderbar ergänzen.

    Vielleicht spricht Gott tatsächlich auf unterschiedliche Weise zu verschiedenen Menschen – und oft sogar auf mehreren Wegen gleichzeitig.

    Im Folgenden möchte ich die häufigsten Gedanken aus der Diskussion zusammenfassen und mit passenden Bibelstellen ergänzen.

    Gottes Führung durch die Bibel

    Die mit Abstand häufigste Antwort lautete:

    Lies die Bibel.

    Das überrascht nicht, denn die Bibel ist Gottes Wort und damit die wichtigste Grundlage unseres Glaubens.

    Sie zeigt uns Gottes Wesen, seine Gebote, seine Verheißungen und seine Ziele für unser Leben.

    Sie ist Maßstab, Orientierung und Korrektiv zugleich.

    Doch vielleicht erfüllt sie noch eine viel tiefere Aufgabe:

    Sie hilft uns, Gott selbst kennenzulernen.

    Je besser wir ihn kennenlernen, desto leichter erkennen wir wahrscheinlich auch seinen Willen.

    „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“
    (Psalm 119,105)

    Gottes Führung durch den Heiligen Geist

    Sehr viele Teilnehmer schrieben vom Wirken des Heiligen Geistes.

    Jesus selbst versprach seinen Jüngern:

    „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.“
    (Johannes 16,13)

    Auch Paulus schreibt:

    „Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes.“
    (Römer 8,14)

    Diese Führung geschieht oft nicht spektakulär.

    Manchmal schenkt der Heilige Geist Klarheit.

    Manchmal mahnt er.

    Manchmal tröstet er.

    Manchmal verändert er unsere Blickrichtung.

    Vielleicht besteht sein größtes Wunder gar nicht darin, unsere Situation zu verändern, sondern unser Herz.

    Gottes Führung durch das Gebet

    Viele schrieben, dass sie Gottes Führung besonders im Gebet erleben.

    Das kann ich gut nachvollziehen.

    Denn oft verändert das Gebet zunächst gar nicht die äußeren Umstände.

    Es verändert zuerst mich.

    Während ich bete, werde ich ruhiger.

    Meine Gedanken ordnen sich.

    Meine Ängste verlieren an Macht.

    Und manchmal erkenne ich plötzlich einen Weg, den ich vorher gar nicht gesehen habe.

    Jakobus schreibt:

    „Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott; der allen gern gibt.“
    (Jakobus 1,5)

    Vielleicht sollten wir deshalb nicht nur um Antworten beten.

    Sondern auch um Weisheit.

    Gottes Führung durch inneren Frieden

    Mehrere Teilnehmer nannten den inneren Frieden als wichtiges Zeichen.

    Der Apostel Paulus schreibt:

    „Der Friede Christi regiere in euren Herzen.“
    (Kolosser 3,15)

    Dieser Gedanke hat mich besonders beschäftigt.

    Denn gleichzeitig stellte sich mir eine neue Frage:

    Kann ich inneren Frieden immer eindeutig von meinen eigenen Wünschen unterscheiden?

    Oder fühlt sich manchmal auch das richtig an, was ich mir ohnehin sehr wünsche?

    Vielleicht braucht es gerade deshalb die Kombination aus Bibel, Gebet, Heiligem Geist und dem Rat anderer Christen.

    Gottes Führung durch andere Christen

    Genau deshalb bin ich sehr dankbar für die Diskussion, aus der dieser Artikel entstanden ist.

    Manchmal sehen andere Menschen etwas, das wir selbst übersehen.

    Sie stellen Fragen.

    Sie geben Denkanstöße.

    Sie ermutigen.

    Sie korrigieren.

    Sie beten mit uns.

    Die Bibel sagt:

    „Wo viele Ratgeber sind, da geht es gut.“
    (Sprüche 11,14)

    Natürlich bedeutet das nicht, dass andere Menschen unsere Entscheidungen für uns treffen sollen.

    Aber Gott kann sie durchaus gebrauchen, um uns neue Perspektiven zu schenken.

    Gottes Führung durch Umstände

    Einige Teilnehmer berichteten, dass Gott sie durch geöffnete oder verschlossene Türen geführt habe.

    Auch Paulus beschreibt solche Erfahrungen.

    Manchmal öffnete Gott überraschend einen Weg.

    Manchmal schloss er eine Tür und führte ihn an einen ganz anderen Ort.

    Trotzdem bleibt Vorsicht geboten.

    Nicht jede offene Tür kommt automatisch von Gott.

    Und nicht jede geschlossene Tür bedeutet, dass wir aufgeben sollen.

    Vielleicht brauchen wir gerade hier besonders viel Weisheit.

    Gottes Führung durch Träume und Visionen

    Mehrere Christen erzählten sehr persönliche Erfahrungen mit Träumen oder Visionen.

    Auch in der Bibel begegnen uns solche Geschichten immer wieder.

    Josef erhielt wichtige Hinweise im Traum.

    Daniel deutete Träume.

    Paulus wurde in einer Vision nach Mazedonien gerufen.

    Und der Prophet Joel verheißt:

    „Eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer Visionen sehen.“
    (Joel 3,1 nach anderer Zählung Joel 2,28)

    Solche Erfahrungen können ermutigend sein.

    Gleichzeitig erinnert uns die Bibel immer wieder daran, alles sorgfältig zu prüfen.

    Nicht jede außergewöhnliche Erfahrung stammt automatisch von Gott.

    Gerade deshalb bleibt Gottes Wort unser wichtigster Maßstab.

    Viele Wege – ein gemeinsames Ziel

    Je länger ich über all diese Antworten nachdachte, desto deutlicher wurde mir:

    Vielleicht spricht Gott tatsächlich auf viele verschiedene Arten.

    Doch alle diese Wege haben ein gemeinsames Ziel.

    Sie wollen uns nicht in erster Linie Informationen geben.

    Sie wollen uns näher zu Gott führen.

    Und vielleicht beginnt genau dort das eigentliche Erkennen seines Willens.

    Kann ich Gottes Führung mit meinen eigenen Wünschen verwechseln?

    Während ich die vielen Antworten aus dem Forum las, entstand in meinem Herzen immer wieder dieselbe Frage.

    Vielleicht sogar die wichtigste Frage überhaupt:

    Woher weiß ich eigentlich, dass das wirklich Gottes Wille ist – und nicht einfach mein eigener Wunsch?

    Gerade dann, wenn wir uns etwas von Herzen wünschen, fällt es oft schwer, objektiv zu bleiben.

    Wir wünschen uns vielleicht einen bestimmten Beruf.

    Einen bestimmten Partner.

    Eine bestimmte Gemeinde.

    Einen bestimmten Wohnort.

    Und je größer dieser Wunsch wird, desto leichter kann es passieren, dass wir jedes kleine Zeichen als Bestätigung Gottes verstehen.

    Doch genau davor möchte ich mich hüten.

    Unser Herz ist nicht immer ein verlässlicher Ratgeber

    Die Bibel spricht erstaunlich ehrlich über unser Herz.

    Der Prophet Jeremia schreibt:

    „Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen?“
    (Jeremia 17,9)

    Das bedeutet nicht, dass unsere Gefühle grundsätzlich schlecht wären.

    Gott hat sie uns geschenkt.

    Freude, Liebe, Mitgefühl und Begeisterung gehören zu unserem Menschsein.

    Aber Gefühle allein reichen nicht aus, um Gottes Willen sicher zu erkennen.

    Sie können uns helfen.

    Sie können uns motivieren.

    Sie können uns warnen.

    Sie können uns aber auch täuschen.

    Kann sich Wunschdenken wie Gottes Führung anfühlen?

    Diese Frage hat mich während der Diskussion besonders beschäftigt.

    Viele Christen nannten den inneren Frieden als Zeichen für Gottes Führung.

    Das finde ich einen sehr schönen Gedanken.

    Gleichzeitig fragte ich mich:

    Kann sich auch ein großer Herzenswunsch wie innerer Frieden anfühlen?

    Vielleicht deshalb, weil ich mich so sehr danach sehne?

    Oder weil ich unbewusst nur noch die Dinge wahrnehme, die meine Hoffnung bestätigen?

    Diese Fragen lassen sich wahrscheinlich nicht immer eindeutig beantworten.

    Gerade deshalb wünsche ich mir, dass mehrere Dinge zusammenkommen:

    • Gottes Wort
    • Gebet
    • der Heilige Geist
    • innerer Friede
    • der Rat anderer Christen
    • Geduld
    • Weisheit

    Je mehr dieser Bausteine zusammenpassen, desto größer wird mein Vertrauen, auf dem richtigen Weg zu sein.

    Manchmal führt Gott gerade nicht in die bequemste Richtung

    Die Bibel zeigt uns immer wieder Menschen, die zunächst einen ganz anderen Weg gehen wollten.

    Mose wollte sich seiner Berufung entziehen.

    Jona lief sogar in die entgegengesetzte Richtung.

    Jeremia fühlte sich zu jung.

    Paulus musste seine eigenen Vorstellungen mehrfach korrigieren.

    Gottes Führung bedeutete für sie oft nicht den einfachsten Weg.

    Aber rückblickend war es der beste.

    Vielleicht ist das ein wichtiger Gedanke.

    Nicht alles, was sich angenehm anfühlt, kommt automatisch von Gott.

    Und nicht alles, was zunächst schwer erscheint, liegt deshalb außerhalb seines Willens.

    Erforsche mein Herz

    Einer meiner Lieblingspsalmen zu diesem Thema lautet:

    „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine. Sieh, ob ich auf einem Weg bin, der dich kränkt, und leite mich auf dem ewigen Weg.“
    (Psalm 139,23–24)

    Dieses Gebet gefällt mir so gut, weil David Gott nicht bittet, ihm sofort alle Antworten zu geben.

    Er bittet Gott zunächst, sein eigenes Herz zu prüfen.

    Vielleicht beginnt genau dort echte geistliche Reife.

    Nicht mit der Frage:

    „Was wünsche ich mir?“

    Sondern:

    „Herr, zeige mir ehrlich, was in meinem Herzen ist.“

    Gottes Wille beginnt oft mit der Veränderung unseres Herzens

    Je länger ich über all diese Fragen nachdenke, desto mehr glaube ich, dass Gott uns nicht zuerst den perfekten Lebensplan zeigen möchte.

    Er möchte zuerst unser Herz verändern.

    Denn wenn unser Herz immer mehr von seiner Liebe, seiner Wahrheit und seinem Frieden geprägt wird, verändern sich auch unsere Wünsche.

    Vielleicht besteht das größte Wunder deshalb gar nicht darin, dass Gott uns jeden einzelnen Schritt vorher zeigt.

    Vielleicht besteht es vielmehr darin, dass wir ihm immer ähnlicher werden.

    Und je ähnlicher wir ihm werden, desto natürlicher wird es, in seinem Willen zu leben.

    Doch damit bleibt noch eine Frage offen.

    Eine Frage, die mich persönlich im Moment besonders beschäftigt:

    Woher weiß ich, ob Gott möchte, dass ich noch geduldig warte – oder ob jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, mutig den nächsten Schritt zu gehen?

    Wann soll ich warten – und wann mutig handeln?

    Je länger ich mich mit Gottes Führung beschäftige, desto mehr merke ich, dass mich eine ganz bestimmte Frage besonders bewegt.

    Nicht nur:

    „Was möchte Gott von mir?“

    Sondern:

    „Wann möchte Gott, dass ich handle – und wann möchte er, dass ich noch geduldig warte?“

    Ich glaube, diese Frage kennen viele Christen.

    Denn manchmal scheint alles dafür zu sprechen, endlich loszugehen.

    Und manchmal scheint Gott zu sagen:

    „Noch nicht.“

    Doch wie unterscheiden wir beides?

    Geduld ist mehr als eine Tugend

    Oft hören wir, Geduld sei eine Tugend.

    Das stimmt.

    Doch die Bibel geht noch einen Schritt weiter.

    Geduld gehört zu den Früchten des Heiligen Geistes.

    „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“
    (Galater 5,22–23)

    Das bedeutet:

    Geduld ist nicht einfach etwas, das wir aus eigener Kraft hervorbringen.

    Sie wächst dort, wo der Heilige Geist unser Leben verändert.

    Vielleicht ist Geduld deshalb gar kein passives Warten.

    Vielleicht ist sie ein aktives Vertrauen.

    Alles hat seine Zeit

    Ein weiterer Bibelvers begleitet mich schon lange:

    „Alles hat seine Zeit.“
    (Prediger 3,1)

    Wie oft wünschen wir uns, Gott würde uns den genauen Zeitpunkt nennen.

    Heute.

    Nächste Woche.

    Nächstes Jahr.

    Doch meistens tut er das nicht.

    Stattdessen lädt er uns ein, ihm Tag für Tag zu vertrauen.

    Vielleicht ist genau das der eigentliche Weg des Glaubens.

    Nicht den ganzen Weg zu kennen.

    Sondern den nächsten Schritt.

    Warten aus Gehorsam – oder Warten aus Angst?

    Diese Frage stelle ich mir immer wieder.

    Warte ich noch, weil Gott mich dazu auffordert?

    Oder warte ich inzwischen nur noch aus Unsicherheit?

    Bin ich geduldig?

    Oder bin ich ängstlich?

    Vertraue ich Gott?

    Oder habe ich Angst, einen Fehler zu machen?

    Ich glaube, zwischen diesen beiden Polen verläuft manchmal nur ein sehr schmaler Grat.

    Mut gehört genauso zum Glauben wie Geduld

    So wichtig Geduld auch ist –

    die Bibel spricht genauso oft vom Mut.

    Gott sagte zu Josua:

    „Sei stark und mutig! Fürchte dich nicht und erschrick nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wohin du gehst.“
    (Josua 1,9)

    Mut bedeutet dabei nicht Leichtsinn.

    Mut bedeutet auch nicht, ohne Nachdenken zu handeln.

    Mut bedeutet, Gott zu vertrauen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

    Vielleicht ist Mut sogar die Schwester der Geduld.

    Die eine hilft uns zu warten.

    Die andere hilft uns loszugehen.

    Beide brauchen Vertrauen.

    Gottes Zeitplan ist oft anders als unserer

    Wenn ich die Bibel lese, fällt mir auf, wie oft Gott Menschen warten ließ.

    Noah baute jahrelang an der Arche.

    Abraham wartete auf den verheißenen Sohn.

    Josef verbrachte Jahre als Sklave und im Gefängnis.

    David wurde zum König gesalbt und musste dennoch viele Jahre warten, bis er tatsächlich König wurde.

    Mose verbrachte vierzig Jahre in der Wüste.

    Und selbst Jesus begann seinen öffentlichen Dienst erst mit etwa dreißig Jahren.

    Keiner dieser Menschen empfand das Warten vermutlich als angenehm.

    Doch rückblickend hatte jede dieser Zeiten ihren Sinn.

    Vielleicht gilt das auch für uns.

    Vertrauen statt Zeitplan

    Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich Gott am liebsten nach einem genauen Zeitplan fragen würde.

    Wann?

    Wie?

    Mit wem?

    Wo?

    Doch vielleicht beantwortet Gott diese Fragen absichtlich nicht sofort.

    Nicht, weil er schweigt.

    Sondern weil er möchte, dass ich lerne, ihm mehr zu vertrauen als meinem eigenen Plan.

    Sprüche 3,5–6 bringt das wunderbar auf den Punkt:

    „Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne ihn auf allen deinen Wegen, so wird er deine Pfade ebnen.“

    Wieder fällt mir auf:

    Dort steht nicht:

    „Vertraue auf deinen Zeitplan.“

    Dort steht:

    „Vertraue auf den HERRN.“

    Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis.

    Nicht jede Antwort sofort zu kennen.

    Sondern dem zu vertrauen, der bereits alle Antworten kennt.

    Bevor ich mein persönliches Fazit ziehe, möchte ich dieses Vertrauen in einem Gebet vor Gott bringen.

    Manchmal wünschen wir uns sofort eine Antwort von Gott. Doch oft schenkt er uns zuerst etwas viel Wertvolleres: seine Nähe, seinen Frieden und das Vertrauen, dass er uns Schritt für Schritt führt. Dieses Gebet möchte dir helfen, zur Ruhe zu kommen und dein Herz neu auf Gottes Führung auszurichten.

    Gebet zur Entspannung: Lehre mich, deinen Willen zu erkennen

    Mein geliebter Vater

    Du kennst mein Herz besser als ich selbst.
    Du kennst meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft.
    Du siehst Wege, die ich noch nicht einmal erahnen kann.
    Du öffnest Türen, die kein Mensch öffnen kann.
    Du schließt Türen, die mich vom rechten Weg abbringen würden.

    Danke, dass ich dir vertrauen darf.

    Refrain

    Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.
    Nicht meine Angst, sondern dein Frieden erfülle mein Herz.
    Herr, ich vertraue dir.
    Führe du mich Schritt für Schritt.

    Lieber Gott, lehre mich

    Ich wünsche mir so sehr, deinen Willen zu erkennen.
    Doch manchmal weiß ich nicht, ob ich deine Stimme höre oder nur meine eigenen Wünsche.
    Manchmal weiß ich nicht, ob ich geduldig warten soll oder ob der richtige Zeitpunkt zum Handeln bereits gekommen ist.

    Lehre mich, deine Stimme zu erkennen.
    Lehre mich, dein Wort richtig zu verstehen.
    Lehre mich, zwischen deiner Führung und meinen eigenen Vorstellungen zu unterscheiden.
    Lehre mich, nicht nur Antworten zu suchen, sondern dich selbst immer besser kennenzulernen.
    Lehre mich, deine Wege höher zu achten als meine eigenen.
    Lehre mich, dir auch dann zu vertrauen, wenn ich deine Führung noch nicht verstehe.

    Refrain

    Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.
    Nicht meine Angst, sondern dein Frieden erfülle mein Herz.
    Herr, ich vertraue dir.
    Führe du mich Schritt für Schritt.

    Oh Herr, schenke mir

    Schenke mir Weisheit, wenn ich Entscheidungen treffen muss.
    Schenke mir Geduld, wenn du möchtest, dass ich noch warte.
    Schenke mir Mut, wenn die Zeit gekommen ist, den nächsten Schritt zu gehen.
    Schenke mir Demut, wenn ich mich geirrt habe.
    Schenke mir Frieden, auch dann, wenn ich noch keine Antwort sehe.
    Schenke mir einen ruhigen Mut und eine stille Entschlossenheit.
    Schenke mir ein hörendes Herz.
    Schenke mir offene Augen für deine Führung.

    Oh Herr, bewahre mich

    Bewahre mich vor Ungeduld.
    Bewahre mich vor Stolz.
    Bewahre mich vor Selbsttäuschung.
    Bewahre mich davor, meinen eigenen Willen mit deinem zu verwechseln.
    Bewahre mich davor, Chancen aus Unsicherheit zu verpassen.
    Bewahre mich davor, Türen einzurennen, die du verschlossen hast.
    Bewahre mich davor, aus Angst stehen zu bleiben, wenn du mich bereits rufst.

    Refrain

    Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.
    Nicht meine Angst, sondern dein Frieden erfülle mein Herz.
    Herr, ich vertraue dir.
    Führe du mich Schritt für Schritt.

    Heiliger Geist, führe mich

    Führe mich näher zu Jesus.
    Erfülle mein Herz mit deiner Liebe.
    Lass deine Gedanken immer mehr zu meinen Gedanken werden.
    Lass deine Wünsche immer mehr zu meinen Wünschen werden.
    Lass deinen Frieden immer mehr meinen Alltag erfüllen.

    Verändere mein Herz.
    Erneuere mein Denken.
    Heilige mein Leben.

    Lehre mich zu hören.
    Lehre mich zu vertrauen.
    Lehre mich zu folgen.
    Lehre mich zu lieben.

    Refrain

    Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.
    Nicht meine Angst, sondern dein Frieden erfülle mein Herz.
    Herr, ich vertraue dir.
    Führe du mich Schritt für Schritt.

    Mein geliebter Vater, ich vertraue dir

    Ich weiß, dass du mich liebst.
    Ich weiß, dass du mich führst.
    Ich weiß, dass du mich niemals allein lässt.

    Und selbst wenn ich mich einmal irre,
    selbst wenn ich einen Umweg gehe,
    selbst wenn ich deinen Weg erst später erkenne,
    vertraue ich darauf, dass deine Liebe größer ist als meine Unsicherheit und deine Gnade stärker ist als meine Schwäche.

    Ich möchte dir immer ähnlicher werden.
    Ich möchte lernen, wie Jesus zu denken.
    Ich möchte lernen, wie Jesus zu lieben.
    Ich möchte lernen, wie Jesus zu handeln.

    Lehre mich, deine Stimme zu erkennen.
    Lehre mich, deinen Willen zu erkennen.
    Lehre mich, deinem Wort zu vertrauen.
    Lehre mich, deinem Ruf zu folgen.
    Lehre mich, dir immer ähnlicher zu werden.
    Lehre mich, dich jeden Tag ein wenig besser kennenzulernen.

    Denn ich suche nicht zuerst Antworten auf meine Fragen.

    Ich suche dich.

    Amen.

    Was habe ich aus dieser Diskussion über Gottes Führung gelernt?

    Als ich meine Frage im Forum stellte, hoffte ich auf ein paar hilfreiche Antworten.

    Bekommen habe ich viel mehr.

    Ich durfte erleben, wie unterschiedlich Christen Gottes Führung erfahren und wie vielfältig Gott in unserem Leben wirken kann.

    Manche Teilnehmer betonten die Bibel als wichtigste Grundlage.

    Andere erzählten von tiefem inneren Frieden.

    Wieder andere berichteten von Gebet, dem Wirken des Heiligen Geistes, Träumen, Visionen, offenen und geschlossenen Türen oder dem Rat anderer Christen.

    Zunächst fragte ich mich, warum die Antworten so unterschiedlich ausfielen.

    Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir bewusst:

    Vielleicht widersprechen sie sich gar nicht.

    Vielleicht beschreibt jeder nur einen anderen Teil desselben Weges.

    Denn Gottes Führung scheint oft nicht auf eine einzige Methode beschränkt zu sein.

    Er begegnet jedem Menschen individuell.

    Und doch führen alle Wege letztlich zum gleichen Ziel:

    zu einer immer tieferen Beziehung mit ihm.


    Gottes Führung beginnt mit einer Beziehung zu Gott

    Je länger ich über dieses Thema nachdenke, desto mehr verändert sich meine ursprüngliche Frage.

    Am Anfang wollte ich wissen:

    „Wie erkenne ich Gottes Willen?“

    Heute frage ich mich immer häufiger:

    „Wie lerne ich Gott immer besser kennen?“

    Denn vielleicht liegt genau darin der Schlüssel.

    Je besser wir einen Menschen kennen, desto besser verstehen wir ihn.

    Wir erkennen seine Stimme.

    Wir verstehen seine Gedanken.

    Wir wissen, was ihm wichtig ist.

    Warum sollte das bei Gott anders sein?

    Jesus sagt:

    „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“
    (Johannes 15,5)

    Mir gefällt dieses Bild sehr.

    Die Rebe bemüht sich nicht krampfhaft darum, Früchte hervorzubringen.

    Sie bleibt einfach mit dem Weinstock verbunden.

    Vielleicht gilt das auch für unser geistliches Leben.

    Je enger unsere Verbindung zu Jesus wird,

    desto natürlicher wachsen Vertrauen,

    Weisheit,

    Geduld,

    Mut,

    Frieden

    und letztlich auch die Fähigkeit, Gottes Führung zu erkennen.


    Vielleicht stelle ich inzwischen die falsche Frage

    Vielleicht lautet die wichtigste Frage gar nicht:

    „Was soll ich tun?“

    Sondern:

    „Wer möchte Gott, dass ich werde?“

    Denn Gottes Ziel besteht vermutlich nicht in erster Linie darin, dass ich möglichst viele richtige Entscheidungen treffe.

    Er möchte mein Herz verändern.

    Er möchte, dass ich Jesus ähnlicher werde.

    Und vielleicht verändern sich dadurch ganz automatisch auch meine Entscheidungen.


    Was ich künftig anders machen möchte

    Nach dieser Diskussion nehme ich mir vor,

    noch bewusster auf Gott zu hören.

    Ich möchte mehr Zeit im Gebet verbringen.

    Ich möchte die Bibel nicht nur lesen, sondern immer besser verstehen.

    Ich möchte Gott um Weisheit bitten, bevor ich Entscheidungen treffe.

    Ich möchte den Rat anderer Christen ernst nehmen.

    Ich möchte Geduld lernen.

    Ich möchte Mut lernen.

    Vor allem aber möchte ich lernen,

    Gott mehr zu vertrauen als meinen eigenen Vorstellungen.

    Denn nicht ich muss meinen Lebensweg vollkommen überblicken.

    Das tut bereits jemand.

    Mein himmlischer Vater.


    Mein Fazit: Gottes Willen erkennen ist eine lebenslange Reise

    Nach all den Gedanken, Bibelstellen und Erfahrungen komme ich zu dem Schluss, dass es wahrscheinlich keine einfache Formel gibt, um Gottes Willen zu erkennen.

    Keine Checkliste.

    Kein sicheres Rezept.

    Keine Methode, die immer funktioniert.

    Aber ich glaube, es gibt etwas Besseres.

    Eine lebendige Beziehung zu Gott.

    Je näher wir ihm kommen,

    desto mehr verändert sich unser Herz.

    Je mehr unser Herz verändert wird,

    desto mehr verändern sich unsere Wünsche.

    Und je mehr unsere Wünsche den seinen ähneln,

    desto natürlicher wird es,

    in seinem Willen zu leben.

    Vielleicht besteht der größte Frieden deshalb gar nicht darin, auf jede Frage sofort eine Antwort zu kennen.

    Vielleicht besteht er darin, den zu kennen,

    der den Weg bereits kennt.

    „Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne ihn auf allen deinen Wegen, so wird er deine Pfade ebnen.“

    Sprüche 3,5–6

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