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    Eselsbrücken, um dir Dinge besser zu merken

    Unterwegs auf einer Wanderung

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin gerade auf einer Wanderung von ganz unten nach oben und über den Bergen. Ich werde dann irgendwann am Waldsee ankommen, hoffe ich doch, dass ich das schaffe. Ich bin nur viel langsamer unterwegs als die Tour eigentlich dauert. Die Tour dauert gar nicht lange, aber ich brauche immer ewig, weil ich Fotos mache, Pausen mache und wieder etwas trinke.

    Was sind Eselsbrücken?

    Worum geht’s heute? Und zwar geht es wieder um das Thema Lernen. Es geht darum, wie man mit Eselsbrücken lernen kann.

    Wer nicht weiß, was eine Eselsbrücke ist: Das ist quasi eine Hilfe, um sich ein Wort zu merken. Wir nehmen mal ein Wort, das wir alle kennen, zum Beispiel „positiv“.

    Wir wissen: Positiv heißt so etwas wie Richtung Plus, positiv gestimmt, also gut gestimmt. Positiv kann aber auch heißen, dass bei einem Test Viren gefunden wurden. Ein positiver Test ist dann eher negativ.

    Wenn man sich das Wort nicht merken könnte, dann könnte man sich merken, dass man an irgendetwas denkt, das ähnlich klingt, und sich das dann vorstellt und damit verknüpft.

    Beispiel: Positiv und die Post hat ein Tief

    Beispielsweise: „Die Post hat ein Tief.“ Das klingt so ähnlich wie „positiv“ – Post – Tief, positiv. Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun?

    Ich muss mal ein Foto machen.

    Die Post hat ein Tief – das ist ja erst einmal nicht positiv. Aber wenn die Post ein Tief hat, dann könnte das für mich positiv sein, wenn ich nämlich gerade einen Job suche oder eine Firma eröffnen will. Wenn es einer wichtigen Firma schlecht geht, dann muss etwas gemacht werden. Vielleicht könnte ich als Unternehmensberater einen Job bekommen, um der Post aus ihrem Tief herauszuhelfen.

    Für mich wäre das dann sehr positiv. Also: Die Post aus ihrem Tief herauszubringen ist positiv. Das wäre dann meine Eselsbrücke für „positiv“.

    Das Wort „positiv“ werde ich nie wieder vergessen. Ich wusste es schon vorher, aber ihr versteht, was ich meine. So kann man sich ein Wort merken.

    Für mich selbst bringt dieser Lerntipp inzwischen nicht mehr ganz so viel. Ich habe das ein bisschen abgewandelt. Was mir nämlich oft passiert ist: Mir ist dann noch eingefallen, dass die Post ein Tief hat oder so ähnlich, aber ich wusste nicht mehr, dass ich mir eigentlich das Wort „positiv“ merken wollte.

    Ich habe mir stattdessen lauter ähnlich klingende Wörter gemerkt, wusste aber deren Bedeutung nicht mehr.

    Wenn Eselsbrücken nicht mehr funktionieren

    Also habe ich aus der Not eine Tugend gemacht. Ich habe gesagt: Gut, wenn ich mir mehrere Wörter merken kann, aber nicht mehr weiß, wie sie auf Deutsch heißen oder was sie bedeuten, dann mache ich kleine Listen mit diesen Wörtern, die mir gleichzeitig einfallen, und bilde Beispiele dazu.

    Ich hatte zum Beispiel irgendwann irgendeine Eselsbrücke, die ich längst vergessen habe. Mir ist dann irgendwann statt des eigentlichen Wortes statt „ispolsowat“ immer „ismenit“ eingefallen, weil es mit „is“ anfängt.

    Also habe ich eine Liste von Wörtern gemacht, die mit „is“ anfangen, und auch Beispiele dazu gemacht:

    Мне нужно изменить свой метод. / свою жизнь.

    Mne nuzhno izmenit‘ svoy metod. / svoyu zhizn‘.

    = Ich muss meine Methode / mein Leben ändern.

    Я использую свою машину, чтобы ехать в город.

    Ya ispol’zuyu svoyu mashinu, chtoby yekhat‘ v gorod.

    = Ich benutze mein Auto, um in die Stadt zu fahren.

    Russisch lernen trotz Fehlern

    Die Endungen sind bestimmt falsch. Nehmt nicht mein Russisch als Vorbild. Ich kann mich verständlich machen, aber ich bin erst ungefähr auf A2-Niveau.

    Das heißt: Ich kann zwar etwas sagen, aber die Hälfte ist falsch. Das kennt man ja auch von Leuten, die seit Jahren in Deutschland leben und trotzdem nicht perfekt Deutsch sprechen.

    Ich lebe ja nicht in Russland. Wenn ich dort leben würde, könnte ich wahrscheinlich schon viel besser Russisch, weil man die ganze Zeit von der Sprache umgeben ist. Dann lernt man rasend schnell – vor allem, wenn man das Ganze ernsthaft betreibt.

    Natürlich kann man auch fünf Jahre in Deutschland leben und trotzdem nicht gut Deutsch können, wenn man sich nur mit Leuten umgibt, die die gleiche Sprache sprechen und aus dem gleichen Kulturkreis kommen.

    Das verstehe ich auch. Man ist seine Kultur gewohnt. Aber es bringt einen nicht weiter. Man muss sich über diesen inneren Schweinehund hinwegsetzen. Der muss halt einfach mal schweigen.

    Die 365-Schritte-Regel

    Und dafür kommt dann die 365-Schritte-Regel zur Geltung. Wenn man etwas jeden Tag macht, dann ist es irgendwann gar nicht mehr so anstrengend.

    Vor allem, wenn man den Glaubenssatz hat: Lernen ist nicht anstrengend, sondern interessant.

    Dann bekommt das Ganze auf einmal eine andere Wertigkeit. Dadurch, dass man es jeden Tag macht und diesen Glaubenssatz hat, kommt irgendwann dabei heraus, dass man es wirklich interessant findet.

    Lernen ist interessant, nicht anstrengend

    Es gibt sowieso keine objektive Wahrheit. Kein Mensch kann objektiv bestimmen, ob Russisch lernen interessant ist oder anstrengend oder beides oder irgendetwas dazwischen.

    Es kommt auch immer darauf an, was man vorher schon gelernt hat und warum man etwas lernt.

    Ich zum Beispiel will einfach um die Welt reisen. Ich fange natürlich mit den Ländern an, deren Sprache ich spreche. Ganz Russland spricht Russisch, und dort könnte ich gut und gerne 20 Jahre reisen und hätte immer noch neue Flüsse und Seen zu entdecken.

    Ich denke, das reicht für ein ganzes Leben.

    Wenn ich Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Russisch fließend kann, reicht mir das.

    Man lernt nie aus

    Man kann natürlich immer dazulernen. Selbst in Deutsch lernt man immer noch neue Wörter, obwohl man Muttersprachler ist.

    Erstens gibt es immer wieder neue Wörter. Zweitens gibt es viele Themen, mit denen man sich noch nie beschäftigt hat. Dann lernt man Fachwörter dazu.

    Oder man liest alte Bücher von Goethe oder Schiller, und dort stehen Wörter drin, die längst ausgestorben sind.

    In Gedichten entstehen oft Neologismen. Neologismen sind Wörter, die der Autor erfunden hat.

    Das kann man machen. Warum sollte man nicht Wörter erfinden, wenn die Sprache noch nicht genug hat?

    Man kann sich also wirklich das ganze Leben lang mit Sprachenlernen beschäftigen.

    Beispiel: Rocket und der Stein

    Eselsbrücken – keine Ahnung – „Stein“ und „Ton“ habe ich ja schon einmal erzählt. Da braucht man gar keine Eselsbrücke.

    „Rock“ erinnert an Fels oder Stein. Wobei „rock“ im Englischen nicht nur Stein heißt.

    Aber „rocket“ – die Rakete – hat damit wieder überhaupt nichts zu tun.

    Wie könnte man sich „rocket“ merken?

    Man könnte sich vorstellen, dass die Rakete ein Stein ist, der in Cape Canaveral grün anfängt zu glühen und dann in die Luft geht.

    Ich sehe gerade jemanden vor mir, der die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sagt:

    „Also am besten schicke ich keinen Stein ins Weltall. Da versagen meine Designkräfte als Ingenieur.“

    Aber wer sich so eine Geschichte lebendig und voller Fantasie ausdenkt, wird das Wort „rocket“ nie wieder vergessen.

    Warum das Wort Eselsbrücke so lustig ist

    Und so ist es mit Eselsbrücken.

    Allein schon das Wort ist lustig.

    Wie könnte man sich das Wort „Eselsbrücke“ merken, wenn man kein Deutsch kann?

    Man stellt sich einfach vor, ein Esel geht über eine Brücke und braucht eine Karotte, die man ihm mit einem Stock vor die Nase hält.

    Irgendwie funktioniert es so: Der Stock ist am Sattel befestigt, und der Esel trägt das Zeug, das er tragen soll, über die Brücke, weil er der Karotte hinterhergeht.

    Die Karotte und das Gepäck am Sattel sind die Sachen, die man sich merken soll. Die landen auf der anderen Seite.

    Und die Brücke ist der Weg, auf dem man das Ganze überträgt.

    Die Eselsbrücke ist also das, wodurch man sich das Wort merken kann.

    Irgendwie so. Der Vergleich hinkt.

    Das ist übrigens auch wieder etwas, das man deutschen Schülern oft erklären muss.

    „Der Vergleich hinkt“ – warum hinkt der?

    Hinken bedeutet natürlich, dass man verletzt ist oder sich das Bein gebrochen hat und deshalb nicht richtig läuft.

    Also kann ein Vergleich auch „hinken“, wenn er nicht ganz passt.

    Der Vergleich hinkt

    Die Zuschauer, die Deutsch lernen, können mich gerne fragen oder nachschauen, was „hinken“ bedeutet.

    Sprache ist einfach total interessant. Da muss mir erst einmal jemand das Gegenteil beweisen.

    Welche Sprachen lernt ihr?

    Welche Sprachen lernt ihr?

    Schreibt es mal in die Kommentare.

    Und wer diese Frage schon in früheren Videos beantwortet hat, kann mir auch gerne schreiben, welche Eselsbrücken er in seinen Sprachen gefunden hat – oder warum er keine verwendet, falls das bei ihm nicht funktioniert.

    Ansonsten wünsche ich euch einen wunderschönen Tag, einen wunderschönen Abend, eine gute Nacht, gute Erholung, viel Erfolg, viel Spaß und viel Vergnügen.

    Bis morgen.

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